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Zwischen Krieg und Hoffnung

Internierung der 2. polnischen Infanterieschützen-Division in der Schweiz 1940–45

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Miroslaw Matyja

Der Autor beschreibt Entstehung, Kampf und Internierung der 2. polnischen Infanterieschützen-Division und untersucht die völkerrechtlichen Grundlagen der Internierung. Historiker führen eine lebhafte Diskussion über die Rolle der polnischen Streitkräfte in Westeuropa im Zweiten Weltkrieg und nach dem Krieg. Bis dato behandelten sie jedoch die 2. polnische Infanterieschützen-Division, ihre Aktivität in der Schweiz sowie das Schicksal der internierten Soldaten und Offiziere nach dem Krieg nur marginal. Der Autor geht dieser eher untypischen Geschichte der militärischen Einheit im Vergleich zu anderen Einheiten der polnischen Streitkräfte im Westen nach.
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2. Die politisch-wirtschaftliche Lage der Schweiz im Zweiten Weltkrieg und Rechtsgrundlagen für die Internierung der 2. Polnischen Infanterieschützen-Division sowie deren Etappen

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2.1 Die politisch-wirtschaftliche Lage der Schweiz vor der Internierung der französischen und polnischen Soldaten

2.1.1 Die politisch-militärische Lage

Am 31. August 1939, einen Tag vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, übersandte der Bundesrat, also die Regierung der Schweiz, an 36 Staaten ihre Neutralitätserklärung, was an sich eine lange Tradition hatte. Der Bundesrat wollte hierdurch das Neutralitätsprinzip bestätigen, das die Schweiz nach wie vor zu verfolgen beabsichtigte. Am 30. August 1939 wurde Oberst Henri Guisan15 von der Bundesversammlung zum General befördert, und er wurde somit zum Oberbefehlshaber der Schweizer Armee. Nach dem Überfall Nazideutschlands auf Polen erließ General Guisan einen Generalmobilmachungsbefehl, der für 450 Tsd. Reservisten galt, wobei die meisten herangezogenen Reservisten bereits im Winter 1939/1940 in ihre Häuser zurückkehren durften (vgl. Kurz 1965). General Guisan ging damals von einer militärischen Kooperation mit Frankreich aus, sollte es zu einem Überfall der deutschen Truppen auf die Schweiz kommen. Die politische Lage der Schweiz wurde im Frühjahr 1940 wieder sehr angespannt. Die deutsche Besatzung von zwei verhältnismäßig kleinen Staaten, Dänemark und Norwegen, sowie der Beginn der Offensive der deutschen Wehrmacht gegen Frankreich lösten unter den Schweizern einen panikartigen Schock aus. Tausende Schweizer flohen ins Landinnere. Am 11. Mai 1940 erfolgte erneut eine Mobilmachung. Die deutsche Wehrmacht überschritt indes in Frankreich die Maginot-Linie, was bald zur militärischen Niederlage Frankreichs und zum Waffenstilstand von Compiègne, der am 22. Juni 1940 zwischen Frankreich...

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