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Kathedrale – Kunstgeschichte – Kulturwissenschaft

Ansätze zu einer produktiven Problemgeschichte architekturhistorischer Deutungen

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Christian Nille

Das Buch stellt erstmals die architekturhistorischen Deutungen der mittelalterlichen Kathedrale zusammen, welche die Forschung in den letzten rund 150 Jahren erarbeitet hat. Diese Deutungen verortet und diskutiert der Autor im Kontext der allgemeinen Kunstgeschichte sowie der Kulturwissenschaft. Ziel ist es, zentrale Forschungsprobleme und deren Lösungen aus den einzelnen Bereichen herauszuarbeiten und für die anderen Bereiche zu nutzen. Diese produktive Problemgeschichte geht zunächst wissenschaftsgeschichtlich vor, um die Ergebnisse dann für die aktuelle Forschung produktiv zu machen. Der Leser erfährt somit, wo die Forschung steht, auf welchen Traditionen sie beruht, welche Alternativen dazu existieren und wie sich einzelne Problemlösungen sinnvoll kombinieren lassen.
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1 Einleitung

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Zunächst wird allgemein zum Thema der vorliegenden Arbeit hingeführt (1.1). Dann werden einige Thesen formuliert, mit denen zentrale Problemstellungen herausgestellt werden, die thematisiert werden sollen (1.2), um davon ausgehend schließlich Ziele und Aufbau der Arbeit zu umreißen (1.3).

1.1 Hinführung zum Thema

a) Einstieg: Einige Grundlagen

Wie ein Bauwerk allein auf einem festen Fundament errichtet werden kann, so muss auch die Kunstgeschichte darum bemüht sein, sichere Grundlagen zu schaffen, um sich von dort aus systematisch den Werken widmen zu können. Sedlmayr formulierte dies vor mehr als 50 Jahren folgendermaßen:

„Jeder einzelne, der heute in der Kunstwissenschaft arbeitet, hat, wenn er mit seiner besonderen Aufgabe beginnt, schon in irgendeiner Weise zu einer ganzen Reihe von Problemen Stellung genommen, auch wenn er nichts davon weiß, auch wenn seine Stellungnahme in nichts anderem besteht, als daß er das Problem übersehen oder seine eigene Lösung für selbstverständlich gehalten hat. In dieser dunklen, halb unbewußt durcheilten Zone vor der ‚eigentlichen‘ und geschätzten Arbeit entscheidet es sich, welche Bedeutung seine Bemühungen für die sich bildende Wissenschaft haben werden, ja, ob das, was er treiben wird, überhaupt noch Kunstwissenschaft ist. Man könnte die typischen ‚Richtungen‘ der bestehenden Kunstwissenschaft geradezu daraus ableiten, wie sie die einzelnen Grundprobleme lösen oder verfehlen, und eine Arbeitsgruppe, die das Bedürfnis fühlt, möglichst genau zu bezeichnen, was sie versuchen will, könnte das...

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