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«Protection, Prevention, Prosecution»:

Die Vereinten Nationen und der völkerrechtliche Schutz der Frauen vor sexueller Gewalt in bewaffneten Konflikten

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Eliette Mirau-Gondoin

Seit Jahrhunderten dienen die Körper der Frauen als Schlachtfelder. Doch erst vor 20 Jahren kam das Thema sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten auf internationaler Ebene auf. Die Autorin untersucht den Beitrag der Vereinten Nationen zur Vorbeugung und Repression von sexueller Gewalt im Krieg. Ziel war es, eine Gesamtbestandsaufnahme der ausgewählten Wege zum Schutz der Frauen vor sexueller Gewalt im Konflikt in den Bereichen «Protection, Prevention und Prosecution» durchzuführen. Dies erfolgt anhand der Auswertung der Rechtsprechung des ICTY, ICTR, SCSL und des IStGH sowie der Durchführung der UN Action Against Sexual Violence in Conflict, der Arbeit der Human Rights Bodies und der afrikanischen Organisationen. Die Bekämpfung sexueller Gewalt im Krieg bleibt nach wie vor ein langwieriger Weg. Doch wo früher sachgerechte Normen gefehlt haben, wurden solide Grundlagen in den drei Bereichen geschaffen.
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Erster Teil: Die allmähliche Wahrnehmung von sexueller Gewalt in bewaffneten Konflikten

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Erster Teil:   Die allmähliche Wahrnehmung von sexueller Gewalt in bewaffneten Konflikten

26. Juni 1945: Sieben Wochen nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in Europa wagen 50 Staaten einen Neuanfang für die Weltgemeinschaft. Mit der Unterzeichnung der Charta der Vereinten Nationen erklären sich die Völker der hiermit neugegründeten internationalen Organisation fest entschlossen „künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren“11 und dafür „den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren“.12

Frauen sollen in dieses Vorhaben von Anfang an einbezogen werden. Vier weibliche Delegierte und Vertreterinnen von 42 akkreditierten NGO sorgten bei der Gründungskonferenz dafür und setzten sich mit Nachdruck und Erfolg für die Berücksichtigung der Frauen in der Charta ein. Als Grundlage dieser internationalen Neuordnung verkündet die Charta der Vereinten Nationen in ihrer Präambel die Gleichberechtigung von Mann und Frau13 und enthält die erste Antidiskriminierungsklausel aufgrund des Geschlechts in einem internationalen Vertrag.14

Bei der Eröffnungssitzung der Generalversammlung am 12. Februar 1946 meldeten sich siebzehn weibliche anwesende Delegierte zu Wort. In einem „offenen Brief an die Frauen der Welt“ hoben sie die aktive und unerlässliche Rolle der Frauen während und nach dem Krieg hervor und forderten die Frauen auf, in dieser Wiederaufbauzeit Verantwortungen für sich und ihr Land zu übernehmen. Nach diesem Ereignis galt es für die Vereinten Nationen zusammen mit den Frauen die Gleichberechtigung durchzusetzen und dafür...

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