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Äußere oder innere Offenbarung

Eine qualitative Untersuchung zur Wahl der Erziehungsziele kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Armin Wunderli

Viele Kirchgemeinden bemühen sich um ein reichhaltiges Programm für Kinder. Dabei verfolgen sie bestimmte Ziele. Um diese herauszufinden, wurden im Rahmen dieser Arbeit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus katholischen, evangelischen und freikirchlichen Gemeinden befragt. Es zeigte sich, dass es in allen drei Religionsgemeinschaften wichtig ist, die nächste Generation für die Gemeinde zu gewinnen. Es kamen aber auch unterschiedliche Denkweisen zum Ausdruck, zum Beispiel, welche Voraussetzungen ein Kind erfüllen muss, um als Christ gelten zu dürfen. Bei der Wahl ihrer Erziehungsziele orientieren sich die Mitarbeitenden kaum an den Erwartungen, die an sie herangetragen werden. Viel wichtiger ist ihnen ihre eigene Biografie: Was sie selbst erlebt – oder nicht erlebt – haben, möchten sie den Kindern weitergeben.
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1. Begründung der Arbeit und Forschungsfrage

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1.  Begründung der Arbeit und Forschungsfrage

Als Kind besuchte ich Sonntag für Sonntag mit meinen Eltern und den Geschwistern zusammen den Gottesdienst einer Freikirche. Gleich hinter dem Haupteingang führte eine Treppe in das Untergeschoss, wo sich die Räume der Sonntagsschule befanden. Dorthin begleiteten uns die Eltern, verabschiedeten sich und gingen wieder nach oben, um die Predigt zu hören. Wir wurden von einer engagierten Mitarbeiterin (manchmal war es auch ein Mitarbeiter) begrüßt und hörten dann von ihr eine biblische Geschichte. Dabei saßen wir um einen großen Tisch. Vorne stand eine Flanelltafel, an welche die Bilder der Geschichte geheftet wurden.

Als ich etwas älter war, durfte ich auch die Jungschar besuchen. Ich erlebte eine schöne Zeit mit vielen Freunden und mit Jungscharleitern, die oft einen Sinn für riskante Abenteuer hatten. Später kam der biblische Unterricht dazu, welcher vom Pastor erteilt wurde. Was ich dort lernte, interessierte mich sehr, und der Pastor wurde zu einem wichtigen Vorbild mit Langzeitwirkung: Später wurde ich ebenfalls Pastor einer Freikirche.

Rückblickend kann ich feststellen, dass das Kinderprogramm meiner Heimatgemeinde einen großen Einfluss auf die Entwicklung meines Glaubens hatte, und ich weiß, dass meine Eltern diesen Einfluss nicht nur tolerierten, sondern auch suchten. Der Einfluss wurde nicht in erster Linie durch Konzepte oder Strukturen ausgeübt, sondern durch die Personen, die in der Gemeinde mitarbeiteten. Vielleicht gab es in der dortigen Gemeinde Leitlinien...

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