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«Man hat Arbeitskräfte gerufen, ... es kamen Schriftsteller»

Migranten und ihre Literaturen

Anna Warakomska and Mehmet Öztürk

Der Sammelband ist ein internationales Projekt, das die Probleme der in Deutschland lebenden und schreibenden Migranten sowie ihrer Nachfahren aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und über das Migrantendasein reflektiert. Philologen, Politologen, Historiker, Juristen, Soziologen und Pädagogen aus Kroatien, Bulgarien, Rumänien, Spanien, Frankreich, Finnland, Polen, Deutschland und der Türkei präsentieren vor allem sprachliche und kulturelle Interaktionen zwischen Einheimischen und Zugezogenen in der Literatur und in der außerliterarischen Welt. Im Fokus stehen gesellschaftspolitische, juristische und kulturelle Fragen, die sich auf Phänomene wie Identität, Heterogenität und Hybridisierung beziehen.
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Einleitung

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„Hätte Max Frisch noch gelebt, hätte er seinen bekannten Ausspruch ‚Man hat Arbeitskräfte gerufen, und es kamen Menschen‘ in ‚Man hat Arbeitskräfte gerufen, und es kamen Schriftsteller‘ umformulieren können“. Mit diesem, wie es scheint, treffenden Satz endet der vorliegende Sammelband, an dem seit einiger Zeit Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern arbeiteten und der von zwei angefreundeten Forschern aus Polen und der Türkei herausgegeben wurde. Beobachtet man den deutschen Büchermarkt und die mittlerweile enorme Zahl an Veröffentlichungen, die aus der Feder von Autoren nichtdeutscher Herkunft stammen, muss die Adäquatheit dieser Feststellung bestätigt werden, was u.a. viele der hier publizierten Texte beweisen.

Am Anfang ihres Aufenthaltes in Deutschland dachten die ersten Gastarbeiter nicht an Bücherschreiben, und bestimmt kein Einheimischer hätte ihnen dies zugetraut. Man war auch weit davon entfernt, über Migranten zu sprechen, geschweige denn Deutschland als Einwanderungsland zu bezeichnen. In der globalisierten Welt wird jedoch die Migration erkennbar zum festen Bestandteil des Lebens vieler Nationen. Sehr viele Migranten wählen Deutschland als Ziel ihrer Hoffnungen auf ein besseres Leben, und diese Hoffnungen werden oft positiv erfüllt, so dass Deutschland in der Vorstellung dieser Menschen zum neuen Land der unbegrenzten Möglichkeiten wird. Mit der immer steigenden Anzahl der Antreffenden vermehren sich jedoch auch manche Probleme vor Ort: mangelnde Sprachkenntnisse, Arbeitslosigkeit, Fremdenfeindlichkeit, Isolation. Diverse Religionen und Weltanschauungen sowie die daraus folgenden Gewohnheiten, Sitten und Bräuche tragen oft zu Missverständnissen und gar Konflikten mit...

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