Show Less
Restricted access

Von Herder zu Duhm

Psalmenforschung im 19. Jahrhundert – Studien zur Forschungsgeschichte der Weisheitspsalmen

Karl-Heinz Bassy

Das Buch präsentiert die Erforschung der Weisheitspsalmen 1; 37 und 73 von den Anfängen der kritischen Bibelwissenschaft bis zum Beginn der gattungsorientierten Exegese. Es beginnt bei Robert Lowth und endet bei Bernhard Duhm. Einen besonderen Schwerpunkt stellt dabei die Arbeit Wilhelm Martin Leberecht de Wettes dar, in der die vorangehenden Werke kritisch gebündelt und zugleich wegweisend weitergeführt werden. Dabei erweisen sich die behandelten Psalmen als frühe Grundlagentexte der späteren existentialen Bibelinterpretation. Darüber hinaus stellt der Autor die Entwicklung der historisch-kritischen Psalmenexegese ebenso exemplarisch vor wie die textbegründete methodenimmanente Problematik der Gattungskritik.
Show Summary Details
Restricted access

6. Die „konservative Richtung“ der Psalmenexegese

Extract

6.Die „konservative Richtung“ der Psalmenexegese

Mit den Kommentaren von Ernst Wilhelm Hengstenberg und Franz Delitzsch werden im Folgenden zwei Vertreter einer sich gegenüber den bisher vorgestellten kritischen Richtungen reserviert und sogar ablehnend verhaltenden Richtung vorgestellt. Gemeinsam ist den Genannten eine als „vor“- oder „außerkritisch“ zu bezeichnende Haltung, die ihre gleichwohl niveauvollen Einzelexegese beeinflußt und zugleich vehement das theologische Anliegen einer im Rahmen der christlichen Theologie stattfindenden Exegese festgehalten hat.

6.1.Ernst Wilhelm Hengstenberg

Der Berliner Alttestamentler Ernst Wilhelm Hengstenberg1099 (20.10.1802–28.5.1869) gehört mit Franz Delitzsch (23.2.1813–4.3.1890) zu den führenden konservativen Theologen des 19. Jahrhunderts. Hengstenberg entstammte einem von einem gemäßigten Rationalismus geprägten Pfarrhaus und studierte zunächst in Bonn neben Theologie auch klassische Philologie, Philosophie und Arabisch. Eine Arbeit in Arabistik brachte ihm nicht nur einen Preis seiner Fakultät, sondern auch internationale Anerkennung ein. Bereits 1823 erfolgte seine philosophische Promotion, so daß er sich nun ausschließlich theologischen Studien zuwenden konnte. Diese führten ihn nach Basel, wo er durch persönliche Krisen und den Kontakt zum Missionshaus zu seiner eigenen theologischen Position ← 331 | 332 → geführt wurde. 1824 habilitierte er sich zunächst in Berlin in Orientalistik, ein Jahr später wurde er dort zum Lizentiaten der Theologie mit Thesen promoviert, die sich entschieden gegen jeden Rationalismus wandten, den er als „geborenen und geschworenen Feind Christi und seiner Kirche“ verstand.1100 In diesem Sinne setzte er den Einfluß Tholucks fort, zu dem er lebenslang in...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.