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Von Herder zu Duhm

Psalmenforschung im 19. Jahrhundert – Studien zur Forschungsgeschichte der Weisheitspsalmen

Karl-Heinz Bassy

Das Buch präsentiert die Erforschung der Weisheitspsalmen 1; 37 und 73 von den Anfängen der kritischen Bibelwissenschaft bis zum Beginn der gattungsorientierten Exegese. Es beginnt bei Robert Lowth und endet bei Bernhard Duhm. Einen besonderen Schwerpunkt stellt dabei die Arbeit Wilhelm Martin Leberecht de Wettes dar, in der die vorangehenden Werke kritisch gebündelt und zugleich wegweisend weitergeführt werden. Dabei erweisen sich die behandelten Psalmen als frühe Grundlagentexte der späteren existentialen Bibelinterpretation. Darüber hinaus stellt der Autor die Entwicklung der historisch-kritischen Psalmenexegese ebenso exemplarisch vor wie die textbegründete methodenimmanente Problematik der Gattungskritik.
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6.3. Franz Delitzsch

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6.3.Franz Delitzsch

Ein in philologischer Hinsicht bis in unsere Zeit hinein bedeutsames Werk1263 ist der Kommentar von Franz Delitzsch (1813–1890), der von 1859 bis 1894 insgesamt fünfmal in wesentlich überarbeiteter Weise aufgelegt worden ist.1264 Damit ← 373 | 374 →← 374 | 375 → ist bereits in Umrissen für diese Arbeit eine gewisse Problematik angedeutet: Die Veränderungen, die Delitzsch innerhalb seiner Auflagen in Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Forschungstand1265 vorgenommen hat und die sich besonders auch auf metrische und strophische Aspekte beziehen, bedürfen zu ihrer Ausführung im Grunde einer gesonderten Abhandlung. Gleichwohl soll im Rahmen des Themas dieser Arbeit eine Übersicht über die exegetische Methode gegeben werden. Dies geschieht im Folgenden in der Weise, daß die fünfte, als letzte von ihm noch korrigierte, jedoch bereits von seinem Sohn, dem Breslauer und späteren Berliner Assyriologen Friedrich (1850–1922) herausgegebene Auflage Grundlage der Darstellung ist, in die entsprechende Aussagen der 1. Auflage überwiegend als Fußnoten eingearbeitet werden. Fallweise wird auch auf die zweite und dritte, von Riehms Überarbeitung des Hupfeld’schen Werkes beeinflußte Auflage Bezug genommen.1266

Franz Delitzsch (23.2.1813–4.3.1890) wuchs in einfachen Leipziger Verhältnissen auf1267, studierte in seiner Heimatstadt von 1831 bis 1835 Theologie und semitische Philologie und wurde dort 1844 außerordentlicher Professor; zwei Jahre später nahm er eine ordentliche Professur in Rostock an, wo er vier Jahre blieb, um über eine siebzehnjährige Lehrtätigkeit in Erlangen schließlich 1867 an seine Heimatuniversität zurückzukehren. Bereits während seines...

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