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Von Herder zu Duhm

Psalmenforschung im 19. Jahrhundert – Studien zur Forschungsgeschichte der Weisheitspsalmen

Karl-Heinz Bassy

Das Buch präsentiert die Erforschung der Weisheitspsalmen 1; 37 und 73 von den Anfängen der kritischen Bibelwissenschaft bis zum Beginn der gattungsorientierten Exegese. Es beginnt bei Robert Lowth und endet bei Bernhard Duhm. Einen besonderen Schwerpunkt stellt dabei die Arbeit Wilhelm Martin Leberecht de Wettes dar, in der die vorangehenden Werke kritisch gebündelt und zugleich wegweisend weitergeführt werden. Dabei erweisen sich die behandelten Psalmen als frühe Grundlagentexte der späteren existentialen Bibelinterpretation. Darüber hinaus stellt der Autor die Entwicklung der historisch-kritischen Psalmenexegese ebenso exemplarisch vor wie die textbegründete methodenimmanente Problematik der Gattungskritik.
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7. Jahrhundertwende: Bernhard Duhm

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7.Jahrhundertwende: Bernhard Duhm

Bernhard Lauardus Duhm1442 wurde am 10. Oktober 1847 in Bingum (Ostfriesland) als Sohn eines Bierbrauers geboren. Sein Studium führte ihn 1867 nach Göttingen, wo er seine akademische Laufbahn 1871 als Repetent begann, zwei Jahre später als Privatdozent und wiederum vier Jahre darauf als außerordentlicher Professor fortsetzte. 1888 übernahm er den einstigen Lehrstuhl de Wettes1443 in Basel, wo er am 1. September 1928 durch einen Autounfall sein Leben verlor.1444 Duhms Lehrer waren vor allem Ritschl, Ewald und Wellhausen, mit dem er später freudschaftlich verbunden war. Bleibende Verdienste erwarb er sich vor allem durch seine grundlegenden Arbeiten über die alttestamentliche Prophetie.1445 Anders sah es bei seiner Beschäftigung mit den Psalmen aus, da die beiden Auflagen seines Kommentars in eine durch die monumentalen Werke Hermann Gunkels geprägte Zeit fielen. Die erste Auflage des Duhm’schen Psalmenkommentars erschien ohne vollständige Übersetzung 1899 in der von Karl Marti herausgegebenen Reihe „Kurzer Hand – Commentar“. In demselben Jahr ← 421 | 422 → erschien darum eine eigenständige Übersetzung der Psalmen, welche in die 1922 herausgegebene 2. Auflage eingearbeitet wurde. Das Werk zeichnet sich durch einige „Eigenwilligkeiten“ (R. Smend) aus: So wurden die Psalmen ausnahmslos spätdatiert, Ps. 137 galt als der vielleicht älteste Psalm und Psalm 119 als „das inhaltsloseste Produkt, das jemals Papier schwarz gemacht hat.“ Dahinter mag, wie R. Smend vermutet, Duhms „an der Prophetie geschultes Unterscheidungsvermögen zwischen Originalem und Abgeleitetem, Konventionellem“ stehen.1446

Duhms Psalmenkommentare erweisen sich als Musterbeispiele einer Übergangszeit. In...

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