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Von Herder zu Duhm

Psalmenforschung im 19. Jahrhundert – Studien zur Forschungsgeschichte der Weisheitspsalmen

Karl-Heinz Bassy

Das Buch präsentiert die Erforschung der Weisheitspsalmen 1; 37 und 73 von den Anfängen der kritischen Bibelwissenschaft bis zum Beginn der gattungsorientierten Exegese. Es beginnt bei Robert Lowth und endet bei Bernhard Duhm. Einen besonderen Schwerpunkt stellt dabei die Arbeit Wilhelm Martin Leberecht de Wettes dar, in der die vorangehenden Werke kritisch gebündelt und zugleich wegweisend weitergeführt werden. Dabei erweisen sich die behandelten Psalmen als frühe Grundlagentexte der späteren existentialen Bibelinterpretation. Darüber hinaus stellt der Autor die Entwicklung der historisch-kritischen Psalmenexegese ebenso exemplarisch vor wie die textbegründete methodenimmanente Problematik der Gattungskritik.
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8. Zusammenfassung und Ertrag der Arbeit

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8.Zusammenfassung und Ertrag der Arbeit

Die aus zwei Abschnitten bestehende Arbeit macht den grundlegenden und weichenstellenden Charakter der de Wette’schen Werke für die Psalmenexegese des 19. Jahrhunderts deutlich. Besonders der Kommentar schließt dabei strukturell die Epoche der vorkritischen und beginnend – kritischen Auslegung ab und bereitet den Boden für die nachfolgende historisch – kritische Psalmenauslegung vor. Die bildet ihrerseits die Grundlage für die spätere existentiale (und darüber hinaus jede rational verantwortete) Interpretation, so daß in der Folge das Problem der Vergegenwärtigung eines historischen Textes einer befriedigenden Lösung zugeführt werden konnte. Die „Erbauliche Erklärung“ erinnert an den theologischen Rahmen auch einer rationalen Exegese, so daß sich in eindrucksvoller Weise Exegese und systematische Theologie zu einer tragfähigen Konzeption verbinden. Lagen deren unabdingbare Voraussetzungen vor allem in der von Herder vorgenommenen Verortung biblischer Texte in der (allgemein-) menschlichen Literatur, so wird das Werk de Wettes vor allem von Hermann Hupfeld weitergeführt, der den ersten im Vollsinn historisch – kritischen Kommentar verfaßt und in seinem Streben nach einer biblischen Literaturgeschichte die Historie als angemessenes Prinzip sowohl der biblischen Einleitungs- als auch der Literaturwissenschaft etabliert hat. Verstand damit Hupfeld die Psalmen und ihre Begriffe aus dem Denken ihrer Zeit heraus, so bedeutete dies für ihn, daß dem Textcharakter entsprechend die Erklärung nur eine religiöse sein und dem Kommentar nur eine theologische Zielsetzung zukommen könne. Somit kann Hupfeld als erster Vertreter einer im Vollsinne rational verantworteten historisch – kritischen und zugleich...

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