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Umstrittene Religionsfreiheit

Zur Diskussion um ein Menschenrecht

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Thomas Brose and Philipp W. Hildmann

Der Titel «Umstrittene Religionsfreiheit» ist Programm. Denn angesichts der Bedrohung des elementaren Menschenrechts erscheint eine interdisziplinär angelegte Diskussion um Kontur, Reichweite und Geltungsanspruch der Trias von Glaubens-, Gewissens- und Religionsfreiheit heute unbedingt geboten.
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Religionsfreiheit im Spiegel islamischer Menschenrechts- und Demokratievorstellungen – eine Schlüsselfrage im Transformationsprozess der arabischen Welt

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Oliver Hidalgo

1. Einführung

Die moderne Geschichte der westlichen Demokratie ist eng mit der Frage der Religionsfreiheit verwoben. Ohne institutionelle und mentale Trennlinien zwischen Politik und Religion scheinen weder die Meinungs- und Gewissensfreiheit der Bürger noch die Integration der (faktischen) Konfessionsvielfalt in die Gesellschaft realisierbar. Auch das demokratische Legitimitätsprinzip der Volkssouveränität, die Teilung von Regierung und Opposition oder die Offenheit (und Revidierbarkeit) politischer Entscheidungen richten sich gegen eine Koppelung des demokratischen Systems an die Wahrheitsansprüche einer göttlichen Offenbarung.1 Entsprechend relevant ist die Thematik der Religionsfreiheit für die Beurteilung der aktuellen Transformationsprozesse im arabischen Raum, ohne dass damit die kontingente Erfahrungsgeschichte des Westens zum Maßstab für andere Kulturkreise avancieren würde. Jenem (berüchtigten) Vorwurf ist bereits dadurch zu begegnen, dass innerhalb des Islam selbst der Diskurs über die Religionsfreiheit seit langem geführt wird.

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