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Umstrittene Religionsfreiheit

Zur Diskussion um ein Menschenrecht

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Thomas Brose and Philipp W. Hildmann

Der Titel «Umstrittene Religionsfreiheit» ist Programm. Denn angesichts der Bedrohung des elementaren Menschenrechts erscheint eine interdisziplinär angelegte Diskussion um Kontur, Reichweite und Geltungsanspruch der Trias von Glaubens-, Gewissens- und Religionsfreiheit heute unbedingt geboten.
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Hohn und Spott – und ihre Grenzen. Über Blasphemie

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| 201 →

Hohn und Spott – und ihre Grenzen.

Über Blasphemie

Christoph Türcke

Christus am Kreuz mit Gasmaske und Knobelbechern; darunter die Worte „Maul halten und weiter dienen“: Diese kleine Zeichnung von 1928 brachte George Grosz seinen berühmten Prozess wegen Blasphemie ein. „Blasphemein“ (βλασφημειν) heißt wörtlich „durch Rede entstellen“. Heute versteht man darunter zumeist das Verhöhnen von Ritualen und Symbolen, die einer Gemeinschaft als schlechterdings unantastbar gelten. Doch hatte Grosz tatsächlich das Christentum verhöhnt? Keineswegs. Seine Zeichnung war ein Seismogramm des Ersten Weltkriegs. Der hatte Christus mit Gasmaske und Knobelbechern zeitgemäß zugerichtet, Grosz selbst die Untat bloß in einem Bild festgehalten, welches dem Kreuz etwas von seinem authentischen Charakter als Folterinstrument zurückgab.

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