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Propädeutik der Unterrichtsmethoden in der Waldorfpädagogik

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Angelika Wiehl

Das Theoriekonzept der waldorfpädagogischen Unterrichtsmethoden von Angelika Wiehl beschreitet Neuland, da zum Theoriebestand der Waldorfpädagogik bisher wenige wissenschaftliche Arbeiten vorliegen – und das, obwohl seit 2000 das wissenschaftliche Interesse an der Waldorfpädagogik stetig steigt. Als zentralen Punkt hebt die Autorin hervor, dass die Unterrichtsmethode mit dem Weg identisch sei, den die Erkenntnis geht. Das Buch stellt argumentativ klar begründet ein neues Forschungsfeld vor, das eine große Relevanz für den zukünftigen Dialog zwischen der Allgemeinen Pädagogik und der Waldorfpädagogik hat. In der Propädeutik der waldorfpädagogischen Unterrichtsmethoden wird die Waldorfpädagogik als ein entwicklungsoffenes Arbeitsfeld vorgestellt.
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1. Einleitung

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Methode hat keinen Inhalt, es sei denn, sie reflektiert sich selbst. Das Methodenbewusstsein erwacht erst an der Tätigkeit. Methode bedeutet ihrer Wortabstammung nach: Weg zum Ziel. Der in den Blick zu nehmende Weg ist die waldorfpädagogische Unterrichtsmethodik, deren erkenntnistheoretische und anthropologische Grundlagen den Gegenstand dieser Untersuchung bilden. Angestrebt wird eine theoretische Begründung methodischer Prinzipien für den waldorfpädagogischen Unterricht.

Im Kontext der zeitgenössischen Pädagogik und ihrer Methodenkonzepte werden die Prinzipien der Unterrichtsmethodik in der Waldorfschule diskutiert. Die Untersuchung folgt den Ausführungen Rudolf Steiners zur Waldorfpädagogik und bezieht ergänzend Veröffentlichungen zur waldorfpädagogischen Unterrichtspraxis ein. Es geht also in erster Linie um das Erschließen der Quellen unterrichtsmethodischer Konzepte der Waldorfpädagogik. Im Sinne der klassischen Propädeutik beansprucht die vorliegende Forschungsarbeit eine wissenschaftliche „Vorbildung“ des Verständnisses und der Prinzipien zu sein, die Steiner für die Unterrichtsmethodik der Waldorfschule antizipiert hat.

In seinen Ausführungen zur Waldorfpädagogik trennt Steiner nicht zwischen Methodik und Didaktik und steht damit in der Tradition der Didaktiker von Johann Amos Comenius bis Otto Willmann. Steiner beleuchtet den engen Zusammenhang zwischen „der eigentlichen Methode“, dem „Wissensstoff“ und „der Entwicklung der menschlichen Fähigkeiten“ (GA 294, S. 7). In diesem Sinne, nämlich die „Bildungsarbeit“ als Ganzes im Auge behaltend, denkt auch Otto Willmann, dessen Werke Steiner rezipierte (vgl. Kap.4.1.), über die Didaktik als Bildungslehre (1923) nach:

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