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Propädeutik der Unterrichtsmethoden in der Waldorfpädagogik

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Angelika Wiehl

Das Theoriekonzept der waldorfpädagogischen Unterrichtsmethoden von Angelika Wiehl beschreitet Neuland, da zum Theoriebestand der Waldorfpädagogik bisher wenige wissenschaftliche Arbeiten vorliegen – und das, obwohl seit 2000 das wissenschaftliche Interesse an der Waldorfpädagogik stetig steigt. Als zentralen Punkt hebt die Autorin hervor, dass die Unterrichtsmethode mit dem Weg identisch sei, den die Erkenntnis geht. Das Buch stellt argumentativ klar begründet ein neues Forschungsfeld vor, das eine große Relevanz für den zukünftigen Dialog zwischen der Allgemeinen Pädagogik und der Waldorfpädagogik hat. In der Propädeutik der waldorfpädagogischen Unterrichtsmethoden wird die Waldorfpädagogik als ein entwicklungsoffenes Arbeitsfeld vorgestellt.
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4. „Herbart als pädagogischer Impulsgeber“. Rudolf Steiners Verständnis und Kritik der „Herbartschen Strömung“

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Ab den Siebzigerjahren des 19. Jahrhunderts setzt sich Rudolf Steiner intensiv mit der zeitgenössischen Philosophie, Psychologie und Pädagogik auseinander. Er nimmt vor allem die „Herbartsche Strömung“ (GA 301, S. 10) wahr und prüft deren philosophische und psychologische Grundlagen. Seine kritische Auseinandersetzung mit der herbartschen Pädagogik geht einher mit dem Anliegen, das pädagogische Denken aus anthroposophischer Perspektive zu erneuern.

Bis in die aktuellen Veröffentlichungen zur Schulpädagogik hinein spielt der Grundtenor der herbartschen und herbartianischen Unterrichtsmethodik, besonders aber das Konzept der so genannten „formalen Stufen des Unterrichts“, eine Rolle. Kritisch beurteilt wird zwar die darin enthaltene naive „Idee der fortwährenden Steigerung des Leistungsniveaus der Schüler“ (Meyer 1988/2003, S. 172), weniger aber der sich abzeichnende Schematismus unterrichtlicher Gestaltung und die sich dahinter verbergende philosophisch-psychologische Anschauung. In Kenntnis dieser Grundsätze und Ausrichtung der herbartschen Pädagogik bezieht Steiner sowohl eine philosophische als auch eine pädagogische Position, durch die er sich von den herbartschen Ansichten abgrenzt. Sie bildet ein wesentliches Element der Methodenpropädeutik in der Waldorfpädagogik.

Die folgende Darstellung belegt Steiners Rezeption des herbartschen und herbartianischen Gedankenguts im Laufe von über 40 Jahren (Kap. 4.1.). Durch die Einschätzung und Kontrastierung der herbartschen und der steinerschen Denkweise wird gezeigt, welche Leitmotive philosophischer und psychologischer Natur in die jeweilige Pädagogik eingeflossen sind (Kap. 4.2.). An Steiners positiv kritischer Auseinandersetzung mit den herbartschen Pädagogikgrundsätzen kann abgelesen werden, wie für die Waldorfpädagogik eine...

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