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Revision in Permanenz

Studien zu Jean Amérys politischem Ethos nach Auschwitz

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Sylvia Weiler and Michael Hofmann

Der Band befasst sich mit Jean Améry, einem der wichtigsten Autoren «nach Auschwitz», und seinem Verhältnis zu zeitgenössischen Diskursen nach 1945. Jean Améry hat mit seinem essayistischen Werk Maßstäbe für die Reflexion des «Zivilisationsbruchs» gesetzt und dabei persönliche Erfahrungen mit philosophischen Perspektiven verknüpft. Die hier versammelten Aufsätze verdeutlichen Amérys ethische Positionen, seinen Beitrag zur Literatur- und Kulturkritik und seine politische Philosophie. Er setzte sich mit dem Existentialismus, der Kritischen Theorie, dem (Post-)Strukturalismus, der Studentenbewegung und den Debatten um die Sicherheit des Staates Israel auseinander und stand mit vielen wichtigen Autoren der Zeitgeschichte in Kontakt. Die Darstellungen zeigen, dass Améry ein exemplarisches politisches Ethos entwickelte, das sich in radikaler Offenheit den Erfahrungen der Shoah stellte und Maßstäbe für eine reflektierte Zeitgenossenschaft nach 1945 setzte.
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Über Zwang und Unmöglichkeit, Jean Amérys Biographin zu sein

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Abstract: Biographers find themselves in a difficult position: On the one hand, biographies have no place in the academic discourse; on the other hand they undertake a task to which they can, by definition, not do justice. Where Amery is concerned to imagine his life is therefore an impossibility, because no one has the right to recount second hand, what has constituted him first hand, if only because he or she has not experienced Amery’s Auschwitz. But because Amery delivers the material, there is also an obligation to pass on his legacy to those born after the event, in the form of an intellectual biography. Necessity and impossibility, this aporetic dilemma is the subject of my introduction to the conference.

Es ist erfreulich und von hoher symbolischer Bedeutung, dass das Symposium anlässlich der Fertigstellung der Améry-Ausgabe in Marbach stattgefunden hat. Jean Améry ist schließlich hier zu Hause, soweit man bei ihm überhaupt von „Zuhause“ sprechen kann. Seit die Witwe im Jahre 1984 Jean Amérys Nachlass an Marbach vermachte, seitdem ich selber zwanzig Jahre später die noch existenten sehr persönlichen Bestände im Maria Améry-Archiv nachliefern konnte, ist auch der nicht edierte ganz frühe Améry, die handgeschriebenen Briefe z.B. an seine spätere zweite Frau aus den späten 1940er Jahren, oder der frühe autobiographische Text über das Gasthaus zu Prag in Marbach aufgehoben. Ohne Marbach also kein Améry.

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