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Revision in Permanenz

Studien zu Jean Amérys politischem Ethos nach Auschwitz

Series:

Sylvia Weiler and Michael Hofmann

Der Band befasst sich mit Jean Améry, einem der wichtigsten Autoren «nach Auschwitz», und seinem Verhältnis zu zeitgenössischen Diskursen nach 1945. Jean Améry hat mit seinem essayistischen Werk Maßstäbe für die Reflexion des «Zivilisationsbruchs» gesetzt und dabei persönliche Erfahrungen mit philosophischen Perspektiven verknüpft. Die hier versammelten Aufsätze verdeutlichen Amérys ethische Positionen, seinen Beitrag zur Literatur- und Kulturkritik und seine politische Philosophie. Er setzte sich mit dem Existentialismus, der Kritischen Theorie, dem (Post-)Strukturalismus, der Studentenbewegung und den Debatten um die Sicherheit des Staates Israel auseinander und stand mit vielen wichtigen Autoren der Zeitgeschichte in Kontakt. Die Darstellungen zeigen, dass Améry ein exemplarisches politisches Ethos entwickelte, das sich in radikaler Offenheit den Erfahrungen der Shoah stellte und Maßstäbe für eine reflektierte Zeitgenossenschaft nach 1945 setzte.
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Jean Améry (Hans Maier) und André Gorz (Gerhard Horst) – zwei österreichische Sartre-Anhänger im Exil

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Abstract: Both Jean Améry and André Gorz descended from Viennese middleclass families, the father being Jewish and the mother Catholic. Both suffered in their youths from identity problems that also determined their future lives and work. Both moved to a French-speaking country and wrote in exile under French pseudonyms and – in different ways – they both came under the decisive influence of the philosophy of Jean-Paul Sartre. In the present paper, which is based on the autobiographical writings of both authors, we compare their careers and their commitment to Sartre’s existentialism in order to eventually gain new insights into the works of Améry.

I

Bekanntlich hat sich Jean Améry für seinen Essay Über das Altern von André Gorz’ Essay Le Vieillissement anregen lassen, wobei allerdings die Arbeit des damals 38-jährigen Gorz nicht vom Altern, sondern vom Älterwerden, vom Erwachsenwerden handelt.1 Doch will ich hier weniger auf diese Beziehung zwischen den beiden Autoren eingehen als auf auffallende Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede in ihrem Werdegang und Denken, wobei ich mich besonders auf ihre autobiographischen Schriften stützen will. Dabei sei vorausgeschickt, dass Améry, wie wir aus den Unmeisterlichen Wanderjahren wissen, Gorz’ 1958 erschienenen autobiographischen ← 141 | 142 → Roman-Essay Le traître (Der Verräter) kannte2, und als Leser der Temps modernes und des Nouvel Observateur natürlich auch dessen publizistische Tätigkeit.

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