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Transnationale Mobilität in der beruflichen Erstausbildung

Beeinflussende Faktoren in der Phase der Berufsorientierung für eine grenzüberschreitende Mobilität im Bodenseeraum

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Gregor Thurnherr

Gregor Thurnherr untersucht beeinflussende Faktoren bei Jugendlichen in der Berufsorientierung im Hinblick auf eine duale Berufsausbildung im Nachbarland. Dazu stellt er ein Grundlagenmodell zu Berufsorientierung und Mobilität vor. Die Datenerhebungen fanden in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz bei Jugendlichen, Lehrpersonen, Schulen und Betrieben statt. Der Autor zeigt, dass am Berufsorientierungsprozess beteiligte Akteure über Ausbildungsmöglichkeiten im benachbarten Ausland kaum informiert sind. Berufliche Ausbildungen im Nachbarland verlangen von den Jugendlichen persönliche Reife und die Bereitschaft, sich auf eine unbekannte Umgebung einzulassen. Ungewisse Erwartungen von Betrieben und Berufsschulen sowie die Distanz von Bezugspersonen hemmen die Jugendlichen.
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Vorwort

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Der Thematik der vorliegenden Arbeit begegnete ich erstmals im Zusammenhang mit einer Evaluation, die ich im Auftrag des Kantons St. Gallen (CH) durchführte (Thurnherr, 2009). Der Evaluationsgegenstand bildete u.a. der Berufsorientierungsprozess und das Informationsverhalten von Jugendlichen der Sekundarstufe I. Dabei ist mir aufgefallen, dass Industriebetriebe aus der Schweiz und dem angrenzenden Österreich kaum Jugendliche aus dem Nachbarland ausbilden, auch wenn sie eng mit Betrieben jenseits der Grenze zusammenarbeiten, dort gar Niederlassungen haben und sich um die Rekrutierung von eigenem qualifiziertem Berufsnachwuchs bemühen, weil ihnen dieser fehlt.

Erst ein paar Jahre später bekam ich die Möglichkeit, mich mit dieser Beobachtung und dem Thema grenzüberschreitender Berufsbildung vertieft auseinanderzusetzen. Ich stieg 2010 als operativer Projektleiter der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (PHSG) ins internationale Forschungsprojekt „BRÜCKE – Berufsorientierung, regionales Übergangsmanagement, Chancen, Kompetenzen, Entwicklungspotenzial“ ein. Zu diesem Zeitpunkt waren wesentliche Projektvorarbeiten fortgeschritten, das Untersuchungsdesign lag weitgehend vor und die ersten Datenerhebungen waren bereits geplant. Erst nach den ersten Fragebogenerhebungen entschied sich, dass meine Promotion im Zusammenhang mit dem Projekt möglich ist. So startete ich ohne langer Vorlaufzeit in mein bisher größtes berufliches „Soloprojekt“: meine Dissertation. Leider verlief das Forschungsprojekt BRÜCKE nicht ganz wie erhofft und geplant. Es wurde durch den Ausstieg eines Geldgebers aus Gründen einer projektunabhängigen Strategieänderung um ein Jahr verkürzt (Rottmann, 2013). Dies brachte einige Anpassungen im Design meiner Forschungsarbeit aber auch eine Neuausrichtung der ursprünglichen Forschungsfragen mit sich.

Im Übergang von der...

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