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Wissen und Normen – Facetten professioneller Kompetenz von Deutschlehrkräften

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Holger Zimmermann and Ann Peyer

DeutschlehrerInnen sind mit einer Fülle an Normen konfrontiert: Standards, Lehrpläne, Forderungen von Politik, Eltern und Öffentlichkeit. Der Band analysiert, wie eigene oder externe Normvorstellungen ihr Wissen, ihre Überzeugungen und ihr Handeln beeinflussen. Thema der Beiträge, die auf empirischen Arbeiten aus den Bereichen der Lese-, Sprach- und Literaturdidaktik basieren, sind Normen und Normenkonflikte als Anteil von verschiedenen Facetten des professionellen Wissens. Sie behandeln beispielsweise die Diagnosefähigkeit im Bereich des Lesens, Normvorstellungen über das Schreiben oder Fachwissen im Bereich der Orthographie. Der Band vertieft so die Diskussion über fachlich geprägte professionelle Kompetenz im Sinne einer Fachdidaktik als «eingreifende Kulturwissenschaft».
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Interkulturelle Zugänge zu Homo faber? Thematisierung von Wertewelten und Alltagsnormen im Literaturunterricht: Ein Studienangebot

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Abstract: This paper will describe a course on offer where pre-service teachers learn about the varying values in linguistic and cultural diversity and how norms can be put in place when tackling the reading of literary texts. In this context, norms and standards and possible conflicts on educational policy and teacher training are provided and discussed.

Ausgangspunkt des Beitrags ist ein Studienangebot1 für Lehramtsstudierende, das die unterschiedlichen „Wertewelten im Klassenzimmer“ zum Anlass nimmt, literarische Texte bewusst und gezielt aus anderen Perspektiven zu lesen. Insbesondere migrationsbedingte Vielfalt fordert dazu heraus, nicht nur ein-deutige Lesarten durch Mehrdeutigkeiten zu ersetzen, sondern auch das „Normale“ als Konstruktion, durch soziale, kulturelle, religiöse Normen und Werte geprägt zu betrachten. Dies verlangt von Lehrpersonen die Fähigkeit, eigene Werthaltungen zu explizieren und in interkulturellen Kontexten zu reflektieren, implizite Annahmen über die Werthaltungen „der Anderen“ aufzudecken und einem Diskurs zugänglich zu machen. Das schließt die Auseinandersetzung mit dem in den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) formulierten Ziel einer Individualisierung, einem „eigenständig(en) […] Textverständnis“, das „persönliche Leseerfahrungen und alternative Lesarten des Textes einbezieh(t)“2 auf der einen und der anwachsende Zahl an Lektürehilfen, Arbeitsheften und Materialien als „Prüfungstraining mit eingelegten Lösungen“3 zum Werk auf der anderen Seite mit ein. Die Lehrerbildung selbst rückt damit in den Blick: (Wie) werden explizite und implizit wirksame Normen des Unterrichtens, der Literaturvermittlung im Kontext Schule, nicht zuletzt auch sozialer Beziehungen und Strukturen thematisiert? (Wie) wird das...

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