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Wissen und Normen – Facetten professioneller Kompetenz von Deutschlehrkräften

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Holger Zimmermann and Ann Peyer

DeutschlehrerInnen sind mit einer Fülle an Normen konfrontiert: Standards, Lehrpläne, Forderungen von Politik, Eltern und Öffentlichkeit. Der Band analysiert, wie eigene oder externe Normvorstellungen ihr Wissen, ihre Überzeugungen und ihr Handeln beeinflussen. Thema der Beiträge, die auf empirischen Arbeiten aus den Bereichen der Lese-, Sprach- und Literaturdidaktik basieren, sind Normen und Normenkonflikte als Anteil von verschiedenen Facetten des professionellen Wissens. Sie behandeln beispielsweise die Diagnosefähigkeit im Bereich des Lesens, Normvorstellungen über das Schreiben oder Fachwissen im Bereich der Orthographie. Der Band vertieft so die Diskussion über fachlich geprägte professionelle Kompetenz im Sinne einer Fachdidaktik als «eingreifende Kulturwissenschaft».
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Wissen und Normen – Facetten professioneller Kompetenz von Deutschlehrkräften. Einleitung zum Tagungsband

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Die (empirische) Lehrerforschung hat in den vergangenen Jahren in der Deutschdidaktik ein deutlich gewachsenes Interesse erfahren. Konnte man um die Jahrtausendwende nur wenige fachdidaktische Arbeiten ausmachen, die sich dem Thema widmeten, so zeigt sich heute eine durchaus rege Auseinandersetzung mit Fragen der Professionalität von Deutschlehrkräften. Dies belegt neben einer wachsenden Zahl an Publikationen1 auch das große Interesse an den entsprechenden Sektionen der Symposien Deutschdidaktik in Bremen (2010), Augsburg (2012) und zuletzt in Basel (2014).

Der vorliegende Band vereinigt nun im Wesentlichen die Sektionsvorträge2 des Basler Symposions. Er hat einerseits das Ziel, einen Einblick in die jüngsten Entwicklungen der deutschdidaktischen LehrerInnenforschung zu geben und somit einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen der Professionalität von Deutschlehrkräften zu leisten. Wohl wissend, dass „sowohl in der Deutschdidaktik als auch in der (allgemeinpädagogischen) Lehrerforschung derzeit über die Ausrichtung der Forschungsansätze gestritten wird“3 und dass eine Auseinandersetzung mit eben diesen methodischen Grundsatzfragen weiterhin ein wichtiger Gegenstand deutschdidaktischer LehrerInnenforschung sein muss, verfolgt der Band jedoch noch ein weiteres Ziel: Er möchte den Blickwinkel auf einen in den Augen der Herausgeber bisher noch wenig beachteten Teilaspekt der Modellierung von LehrerInnenprofessionalität richten, der Frage nach der Entstehung, Beschreibung und der Reflexion von fachspezifischen Normen im und für den Deutschunterricht.

Es ist offensichtlich, dass DeutschlehrerInnen einer Fülle an teils sehr unterschiedlichen Normvorstellungen ausgesetzt sind, die von den verschiedenen Akteuren im Bildungssystem an sie herangetragen werden. So fordern...

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