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Versorgungsbedarf, Angebot und Inanspruchnahme ambulanter hausärztlicher Leistungen im kleinräumigen regionalen Vergleich

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Anke Schliwen

Die Sicherstellung einer flächendeckenden, wohnortnahen und bedarfsgerechten Versorgung ist ein zentrales Anliegen der deutschen Gesundheitspolitik. Anke Schliwen untersucht den regionalen Zusammenhang von Versorgungsbedarf, Angebot und Inanspruchnahme hausärztlicher Leistungen. Dabei wird der Versorgungsbedarf anhand eines multifaktoriellen Index auf der kleinräumigen Ebene der Mittelbereiche operationalisiert. Eine Clusteranalyse ermöglicht die Identifikation von Regionstypen, deren Eigenschaften Ansatzpunkte für eine Neuordnung der Ressourcenallokation bieten können. Mit ihrem Buch unterstreicht die Autorin die Notwendigkeit, innerhalb zentraler Rahmenbedingungen den Einsatz regionaler Planungs- und Steuerungsinstrumente zur Verteilung von ärztlichen Kapazitäten zu ermöglichen.
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5 Inanspruchnahme

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Mit Inanspruchnahme wird der Prozess der Nutzung des medizinischen Versorgungssystems bezeichnet. Im Gegensatz zur Nachfrage, die den Entscheidungsprozess, der zur Inanspruchnahme führen kann, bezeichnet, setzt die Inanspruchnahme einen Arztkontakt, eine stationäre Aufnahme und/oder den Erwerb von Arzneimitteln voraus, beschreibt also die realisierte Nachfrage (vgl. Guggisberg und Spycher 2005). Im Gegensatz zur stationären Inanspruchnahme initiiert der Patient die ambulante Inanspruchnahme in der Regel zunächst selbst, bevor er häufig aufgrund von Überweisungen oder Folgeterminen weitere Versorgungsleistungen ohne selbstständige Entscheidung in Anspruch nimmt (vgl. Thode, Bergmann et al. 2005). Die Inanspruchnahme des medizinischen Versorgungssystems ist nicht mit der Inanspruchnahme bzw. dem tatsächlichen Erfolgen einer Gesundheitsleistung gleichzusetzen – aus medizinischen oder persönlichen Gründen kann die Gesundheitsleistung (z. B. Diagnostik, Therapie, Prävention) u. U. trotz Kontakt mit dem Versorgungssystem nicht erfolgen (vgl. Pfaff & Schrappe 2011).

Im folgenden Kapitel werden zunächst Einflussvariablen auf die ambulante Inanspruchnahme beschrieben. Dazu werden gesundheitsökonomische und sozialwissenschaftliche Modelle vorgestellt und der Zugang und die angebotsinduzierte Nachfrage als angebotsseitige Einflussvariablen gesondert behandelt. Anschließend erfolgt eine Beschreibung der möglichen Indikatoren zur Quantifizierung von Inanspruchnahme, der verwendeten Datengrundlagen und der Methodik zur Messung von Inanspruchnahme in dieser Arbeit. Abschließend wird die ermittelte Inanspruchnahmehäufigkeit der Hausärzte auf kleinräumiger Ebene der Mittelbereiche dargestellt.

5.1 Beeinflussende Faktoren

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