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Homo homini summum bonum- Der zweifache Humanismus des F.C.S. Schiller

Guido Karl Tamponi

Dieses Buch ist die erste deutschsprachige Monographie zu dem im Zeitalter einer «Renaissance des Pragmatismus» wenig beachteten klassischen Pragmatisten F.C.S. Schiller. Es versucht erstmals, einen Ariadnefaden zu sämtlichen Facetten seines Œuvres als einen «zweifachen Humanismus» auszulegen: der Mensch zwischen Individuum und Gesellschaft, Ich und Gott, zwischen Faktum und Ideal, Kritik und Reform. Dabei wird deutlich, dass sich Schillers vielschichtiges Denken – logisch, ethisch, sozial- und bildungspolitisch, metaphysisch – nicht auf einzelne Aspekte beschränken lässt. Vielmehr kreist es um die Frage des Philosophierens überhaupt: nach dem Sinn des Lebens im Ganzen, besonders vor dem Hintergrund der modernen Bedrohung durch Nihilismus und Pessimismus.
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3. Der methodische Humanismus als Possibilismus – Die Umstellung vom Schicksals- zum Möglichkeitsdenken

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„[…] und man entweiht den heiligen Namen ‚Wahrheit‘, wenn man ihn nichtigen Dingen beilegt, deren Existenz allen Menschen gleichgültig ist und deren Kenntnis nichts nützt.“ Jean-Jacques Rousseau – Träumereien eines einsamen Spaziergängers76

3.1 Im Vorzimmer der Praxis

Nach dieser Anamnese der Teufelsspirale vom Agnostizismus zum Skeptizismus bis hin zum Pessimismus, der in der europäischen Tradition auch als Nihilismus firmierendes Gespenst umherging (und -geht), scheint die Bestimmung für den von dem Geist der Moderne angesteckten Menschen schlecht: „Have we not ourselves destroyed all the hopes or illusions that make life valuable?“77 Sicherlich gibt es auch den Simulanten, der vom Salto Mortale mehr redet, um mit seinem Effekt in abgesicherten Räumen zu schockieren, statt sich ihm wirklich hinzugeben, von ihm ergriffen zu sein, kurz: ihn zu vollziehen, also um diesen Typus des gespielten Enfant terrible, des Scharlatans, von dem Ebner-Eschenbach in einem ihrer Aphorismen unvergleichlich schreibt: „Die glücklichen Pessimisten! Welch Freude empfinden sie, so oft sie bewiesen haben, daß es keine Freude gibt.“78 ← 51 | 52 →

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