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Homo homini summum bonum- Der zweifache Humanismus des F.C.S. Schiller

Guido Karl Tamponi

Dieses Buch ist die erste deutschsprachige Monographie zu dem im Zeitalter einer «Renaissance des Pragmatismus» wenig beachteten klassischen Pragmatisten F.C.S. Schiller. Es versucht erstmals, einen Ariadnefaden zu sämtlichen Facetten seines Œuvres als einen «zweifachen Humanismus» auszulegen: der Mensch zwischen Individuum und Gesellschaft, Ich und Gott, zwischen Faktum und Ideal, Kritik und Reform. Dabei wird deutlich, dass sich Schillers vielschichtiges Denken – logisch, ethisch, sozial- und bildungspolitisch, metaphysisch – nicht auf einzelne Aspekte beschränken lässt. Vielmehr kreist es um die Frage des Philosophierens überhaupt: nach dem Sinn des Lebens im Ganzen, besonders vor dem Hintergrund der modernen Bedrohung durch Nihilismus und Pessimismus.
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5. Ein Ausläufer

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„Wollte man sich ein Haus ausdenken, aus Keller, Erdgeschoß und erstem Stock bestehend, so gebaut oder so eingerichtet, daß dieses oder jenes auf einen Standesunterschied zwischen den Bewohnern in jeder Etage berechnet ist – und wollte man das Wesen des Menschen mit einem solchen Haus vergleichen: so trifft bei den meisten Menschen das Traurige und Lächerliche zu, daß sie in ihrem eigenen Haus vorziehen, im Keller zu wohnen. […] Und er [der Mensch] zieht es nicht nur vor, im Keller zu wohnen, nein, er liebt das in solchem Maße, daß er erbittert wird, wenn ihm jemand vorschlagen wollte, in die Bel-Etage zu ziehen, die frei zu seiner Disposition steht – denn es ist ja sein eigenes Haus, das er bewohnt.“

Sören Kierkegaard – Die Krankheit zum Tode621

„Was den wissenschaftlichen Fortschritt angeht, so erkennt man nur schwer den Nutzen einer weiteren Anhäufung von Kenntnissen, die schon jetzt das Denken der Spezialisten nicht mehr zu erfassen vermag. Und die Erfahrung beweist, daß unsere Vorfahren sich im Glauben an die Verbreitung der Aufklärung getäuscht haben, weil man den Massen nur eine erbärmliche Karikatur der modernen Wissenschaftskultur anbietet, die, ohne ihre Urteilskraft zu bilden, sie zur Leichtgläubigkeit erzieht.“Simone Weil – Reflexionen über die Ursachen der Freiheit und sozialen Unterdrückung622

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