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Explikationen bildungspolitischer Konzepte in politischen Programmen

Analysen zum Verhältnis von Bildungspolitik und Bildungsforschung

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Adiba Salloum

Die Autorin untersucht mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse Begründungsstrukturen bildungspolitischer Entscheidungen in den Wahlprogrammen zur Bundestagswahl 2013. In diesem speziellen Persuasionsprozess sind Bürger die Empfänger, politische Akteure die Sender und Wahlprogramme das Medium. Die Texte der Wahlprogramme würden eine erhöhte Rationalität erlangen, wenn sie auf Befunde empirischer Bildungsforschung referenzierten. Die Autorin erläutert die Frage nach der Rationalität bildungspolitischer Entscheidungen und nimmt eine Überprüfung der Transparenz von Argumentationslinien vor. Dabei ermöglicht die Analyse struktureller und inhaltlicher Kriterien die Untersuchung der kommunikativen Texte auf ihre Textfunktionen sowie eine Analyse der Dimensionen von Legitimationsideen.
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1. Einleitung zum Forschungsgegenstand

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1.  Einleitung zum Forschungsgegenstand

„Die Aufgabe der Bildungsforschung besteht darin, wissenschaftliche Informationen auszuarbeiten, die eine rationale Begründung bildungspraktischer und bildungspolitischer Entscheidungen ermöglichen“ (Tippelt & Schmidt, 2010, S. 9).

Folgt man der zitierten Grundüberzeugung, bietet Bildungsforschung eine Begründungsmöglichkeit für Entscheidungen, die im Feld der Bildungspolitik getroffen werden.1 Auf dieser Ebene der Politik unterliegen Entscheidungen einem deutlichen Rechtfertigungsdruck gegenüber Bürgern.2 Das Ergebnis dieser Entscheidungsprozesse erhalten die politischen Akteure durch freie regelmäßige Wahlen. Die Wahlergebnisse sind u.a. davon abhängig, inwiefern es den Regierenden gelingt, die eigenen Entscheidungen zu legitimieren und ob die Bürger diesen Begründungen der Politiker folgen (vgl. (Falter & Schoen, 2005, S. 28)). Ergebnisse der Bildungsforschung könnten dementsprechend dazu genutzt werden, bildungspolitische Reformen rational zu begründen.

Das Spannungsfeld des angesprochenen Forschungsdesiderats bewegt sich zwischen der Bildungsforschung, der Bildungspolitik und der Öffentlichkeit. Dabei handelt es sich um multilaterale Beziehungen. Die Bürger verlangen nicht nur eine Begründung politischer Entscheidungen, sondern sie sind ebenso Forschungsrezipienten; sie bringen die Resultate über die Herstellung des öffentlichen Interesses in politische Entscheidungsprozesse ein. Eine unterstellte Absicht der Bürger ist die Behebung wahrgenommener Defizite. Obwohl diese Problemlagen meist komplex und selten kurzfristig zu lösen sind, ist der Anspruch der Bürger, eine schnelle, empirisch gesicherte und rational begründete Lösung zu finden (vgl. (Prenzel, 2005, S. 13)). Die Reaktionen auf die Ergebnisse der ersten PISA-Untersuchung3 ist dafür ein geeignetes...

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