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Die UNCITRAL Arbitration Rules als «semi-institutionelle» Schiedsverfahrensregeln

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Mirko Widdascheck

Diese Monographie beleuchtet die Eingriffsmöglichkeiten von außen in ein Schiedsverfahren unter UNCITRAL Schiedsverfahrensregeln. Das Regelwerk überträgt der sog. Ernennenden und der sog. Bestimmenden Stelle Entscheidungsmöglichkeiten, die mit denen gängiger Schiedsinstitutionen vergleichbar sind oder sogar über diese hinausgehen. Die Verfahren werden damit durch die Anwendbarkeit dieser Schiedsverfahrensregeln «institutionalisiert». Gleichzeitig wird das Entscheidungsmonopol staatlicher Gerichte gebrochen. Der Autor untersucht die übertragenen Kompetenzen ausführlich, um eine Einordnung des Regelwerkes nach der Novellierung 2010 als «semi-institutionelle» Schiedsverfahrensregeln zu belegen.
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A. Problemaufriss

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«Assez curieusement, et bien que la UNCITRAL ait du renoncer, un peu sous la pression de ces institutions, à l’élaboration d’un règlement institutional type, l’arbitrage semi-organisé qu’elle a finalement mis au point, loin d’apparaitre comme un instrument concurrent des facilités institutionelles qu’elles proposent aux opératuers du commerce international, a soulevé chez elles un vif intérêt».1

Mit diesen Worten klassifizierte der französische Schiedsrechtler Philippe Fouchard bereits 1979 die von der „United Nations Commission on the International Trade Law“ (im Folgenden: UNCITRAL) drei Jahre zuvor veröffentlichten Schiedsverfahrensregeln als semi-institutionelle Schiedsverfahrensregeln („l‘arbitrage semi-organisé“). In den Erwägungsgründen zur Verabschiedung der UNCITRAL Arbitration Rules von 1976 in Resolution 31/98 der Generalversammlung der Vereinten Nationen wurde das Regelwerk hingegen ausdrücklich als ad hoc Schiedsverfahrensregeln eingestuft. Dort heißt es:

“Being convinced that the establishment of rules for ad hoc arbitration that are acceptable in countries with different legal, social and economic systems would significantly contribute to the development of harmonious international economic relations”.2

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