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Intertextualität in Julian Schuttings «Gralslicht»

Eine motivhistorische Spurensuche zwischen Wolframs von Eschenbach «Parzival» und Richard Wagners «Parsifal»

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Eva Maria Schulz

Was verbindet Wolframs von Eschenbach Versepos Parzival, Richard Wagners Oper Parsifal und Mozarts/da Pontes Oper Don Giovanni? Alle drei Werke sind wichtige Prätexte für Julian Schuttings Gralslicht, ein idealtypisches Beispiel für gekonntes postmodernes Spiel mit intertextuellen Bezügen. Die Figuren P (Parzival/Parsifal), K (Cundrie/Kundry) und G (Don Giovanni/Gurnemanz) verhandeln darin die Beziehung zwischen Mann und Frau, den Kuss als Versuchung oder Erlösung, die Mitleidsfrage, Schuld, Unterlassung und Wagners Antisemitismus und Misogynie. Neben theoretischen Fragen zu Konzepten, Kriterien, Formen, Bezugsfeldern und -möglichkeiten sowie Funktionen von Intertextualität werden in dieser Studie rund 230 intertextuelle Verweise entschlüsselt und interpretiert.
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Die vorliegende Studie, die bei der Unterfertigten 2014/15 als Masterarbeit am Institut für Germanistik der Universität Graz fachübergreifend in den Bereichen Germanistische Mediävistik und Neuere Deutsche Literatur entstanden ist, macht es sich zur Aufgabe, das Phänomen der Intertextualität in Julian Schuttings 1994 erschienenem, vom Autor sogenannten ‚Theater-Libretto‘ Gralslicht einerseits auf theoretischer Basis zu untersuchen und andererseits durch das Aufspüren der Einzeltext- und Systemreferenzen in konkreten Belegen nachzuweisen. Sie leistet damit Pionierarbeit an einem Text, der sich durch das Phänomen der Intertextualität überhaupt erst konstituiert. Lediglich zwei wissenschaftliche Aufsätze wurden dem Werk Gralslicht bisher gewidmet, das wohl aufgrund des hohen Ausmaßes an intertextuellen Bezügen nur schwer unmittelbar zugänglich ist.

Im einleitenden Kapitel erarbeitet die Verfasserin auf der Grundlage fachwissenschaftlicher Literatur eine Begrifflichkeit von Intertextualität, wie sie für die nachfolgende Werkanalyse nötig ist, um methodisch tiefenscharf an Schuttings Text herangehen zu können. Auf dieser Basis werden die zentralen Modi und Funktionen von Intertextualität in Gralslicht mit einschlägigen Beispielen dargelegt. Von besonderem Gewinn für die Arbeit ist dabei das von der Verfasserin mit Schutting geführte Interview, das zur Erhellung bis dato schwer erfassbarer Textzusammenhänge wesentlich beiträgt.

Die dominanten Prätexte (Wolframs Parzival, Wagners Parsifal, Mozarts/da Pontes Don Giovanni) werden im Zuge der Analyse auf der Basis genauer und differenzierter Textkenntnis in ihrer Funktionalität für Gralslicht analysiert. Kapitel 9, das wie ein Anhang...

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