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Interkulturelles Labor

Luxemburg im Spannungsfeld von Integration und Diversifikation

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Edited By Eva Wiegmann

Mobilität und Migration rücken Interkulturalität in den Fokus öffentlicher und wissenschaftlicher Aufmerksamkeit. Der Band geht der Frage nach, inwiefern das Land Luxemburg aufgrund seiner kulturellen, sozialen und sprachlichen Besonderheiten ein Labor für interkulturelle Herausforderungen und Entwicklungen, speziell auf europäischer Ebene, allgemeiner auch für gesellschaftliche Prozesse im Spannungsfeld von Integration und Diversifikation ist. Dabei beschränkt sich das Buch nicht auf die nationale Perspektive, sondern sucht darüber hinaus der Vielschichtigkeit interkultureller Prozesse unter Berücksichtigung unterschiedlicher fachwissenschaftlicher Perspektiven sowie methodischer und theoretischer Zugriffe Rechnung zu tragen.
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Heiratspolitik im Zeitalter des Postnationalen: Die Hochzeit des Erbgroßherzogs Guillaume als Medienereignis, gelesen als Selbstbeschreibung Luxemburgs

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„Luxembourg is small-scale Europe.“ This sentence from the Luxemburger Tageblatt is on the one hand a paradox if we assume that a ‘European Community’ gains shape to the same degree as national imaginations retreat to the back. On the other hand, Luxembourg likes presenting itself and thus its national identity as a paradigm of the European space. The contribution pursues in detail these self-descriptions of Luxembourg in the tension area between inter- and trans-nationality by the example of the TV coverage of the wedding of Luxembourg’s Hereditary Grand Duke Guillaume.

„Luxemburg ist Europa im kleinen Maßstab.“1 Dieser unscheinbare Satz aus dem Luxemburger Tageblatt, den man inhaltlich ähnlich problemlos auch in anderen Tageszeitungen finden bzw. bestätigt bekommen könnte, ist bei genauerem Hinsehen zweischneidig, wenn nicht sogar ein Paradox. Denn einerseits kann eine ‚Europäische Gemeinschaft‘ nur in dem Maße Gestalt annehmen, wie nationale Imaginationen mehr und mehr in den Hintergrund treten; andererseits stellt sich Luxemburg und damit seine ‚ureigene‘ nationale Identität gerne als Vorbild für den gesamten europäischen Raum dar – also als Land, in dem auf der Mikroebene bereits realisiert ist, was auf der Makroebene noch erreicht werden muss. Im „Discours sur l‘état de la nation 2012“ von Jean-Claude Juncker kommen beide Aspekte – gewollt oder ungewollt – sehr deutlich zum Ausdruck. Er betonte seinerzeit, dass „nur ein Land, das in seine kulturelle Identität und kulturelle Multi-Diversität investiert, attraktiv ist“.2 Schon 1990 hat Vilém Flusser seine...

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