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Mediation als Verfahren der konsensualen Konfliktbeilegung bei Trennung und Scheidung

Eine rechtsvergleichende Betrachtung des deutschen, spanischen und katalanischen Rechts

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Britta Nietfeld

Im Buch werden die Rahmenbedingungen der Familienmediation in Deutschland, Spanien und Katalonien rechtsvergleichend untersucht. Mit dem Gesetz zur Förderung der Mediation von 2012 und den neuen Bestimmungen im FamFG hat der deutsche Gesetzgeber erstmals einen rechtlichen Rahmen für die Mediation geschaffen. Anders als in Deutschland wird Mediation in Spanien vermehrt zur Konfliktbeilegung im Familienrecht eingesetzt. Aber wird das Mediationsverfahren den Interessen von Kindern, benachteiligten Parteien und Opfern von Beziehungsgewalt gerecht? Die Autorin unterbreitet Vorschläge, um den Rechtsrahmen der Mediation bei Trennung und Scheidung vor allem zugunsten von besonders schutzwürdigen Personen zu verbessern.
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A. Einführung

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I. Einleitung

„Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche aber ist auf ihre eigene Art unglücklich.“1 Familiäre Konflikte sind aufgrund der psychologischen Situation nach dem Scheitern einer Beziehung in besonderer Weise emotional geprägt. Häufig stehen nicht Rechte und Ansprüche, sondern Interessen im Vordergrund. Infolge des bedeutenden gesellschaftlichen Wandels des Familienbildes in den letzten 40 Jahren wurde die Familie zunehmend als private Angelegenheit gesehen, sodass auch der Wunsch nach einer selbstbestimmten Gestaltung der Beziehungen in familiären Konflikten stetig an Bedeutung gewann.2 Der Gesetzgeber reagiert im Familienrecht in besonderem Maße auf soziale Veränderungen, indem er diese nicht nur kodifizierend berücksichtigt, sondern auch verstärkt oder gar einleitet. Bereits das Kindschaftsrechtsreformgesetz von 19983 sowie das FamFG von 20094 verfolgten das Ziel, konsensuale Lösungen der Beteiligten in familiären Streitigkeiten zu fördern. Eine bedeutenden Schritt zur Stärkung und Förderung der einvernehmlichen Konfliktlösung im Familienrecht hat der Gesetzgeber jüngst durch Verabschiedung des Gesetzes zur Förderung der Mediation und anderer Verfahren der außergerichtlichen Konfliktbeilegung (im Folgenden: MediationsG)5 und die neu eingeführten Bestimmungen im FamFG6 getan. Das deutsche Mediationsgesetz bezweckt die Förderung der Mediation durch Verankerung alternativer Konfliktlösungsmethoden im Bewusstsein der Bevölkerung und der in der Rechtspflege tätigen Berufsgruppen.7 Durch Mediation sollen Konflikte unter Einschaltung eines neutralen und unparteiischen Dritten8 gelöst ← 1 | 2 → werden, der die Parteien9 bei der Entscheidungsfindung unterstützt, ohne selbst über eine...

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