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Text und Performanz

Eine Didaktik des Gebets im islamischen Religionsunterricht zwischen Normativität und Spiritualität

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Jörg Ballnus

Das Buch bietet den Entwurf einer Didaktik des Gebets im islamischen Religionsunterricht. Der Autor geht der Frage nach, wie ein derart zentraler Begriff wie der des Gebets an Schärfe und Kontur gewinnen kann, wenn er Gegenstand des islamischen Religionsunterrichts wird. Wo verlaufen die Grenzen in einem Unterrichtsfach, welches zwar eine res mixtae zwischen Staat und Religionsgemeinschaft ist, bezüglich des religiösen Klimas im Klassenzimmer vor dem Hintergrund des Überwältigungsverbots jedoch besondere Bedingungen an die Unterrichtenden stellt? Muslimische Schülerinnen und Schüler kommen mit heterogenen lebensweltlichen Bezügen in die Schule. All die normative Vielfalt will dann mithilfe geeigneter didaktischer Mittel in die unterrichtliche Ebene übersetzt sein. Letztlich kann ein sich all dieser Fragen bewusster islamischer Religionsunterricht seinen Anteil dazu leisten, das Gebet zwischen normativen und spirituellen Ansprüchen erfahr- und vor allem auch reflektierbar zu machen.
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2. Kapitel: Bezüge aus Koran und ḥadīṯ

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Die erste Quelle für die Suche nach dem “liturgischen” Begriff des ṣalāt ist der Koran. Dieser bietet eine umfassende Darstellung der hier untersuchten Begrifflichkeit. In ausführlicher Weise finden wir unterschiedliche koranische Perspektiven, die in diesem Kapitel in den wesentlichen Grundzügen dargelegt werden sollen. Zudem wird es in der späteren didaktischen Perspektive auch um die Aufgabe der “Textlichkeit” im Rahmen der Sprechhandlung des Gebets gehen und welche didaktischen Perspektiven sich hieraus für die Gestaltung im Unterricht ergeben. Ebenfalls werden Herkunft und Bedeutung des Wortes ṣalāt im Kontext des Koran untersucht werden.

2.1 Das ṣalāt in seiner koranischen Gestalt

Zunächst soll es uns in einem ersten Schritt um die orthografische Gestalt des koranischen Lexems ṣalāt gehen. Wie in der klassischen arabischen Sprache üblich, lassen sich verschiedene “Fundstellen” der Wurzel ṣ-l-w im koranischen Kontext wiederfinden. Eine erste spontane Suche in der Korankonkordanz von Hannah E. Kassis weist 83 Fundstellen aus, wenn das Lexem ṣalāt eingegeben wird.69 Genauer und differenzierter findet sich bei Elsaid Badawi und Muhammad Abdel Haleem eine Übersicht des koranischen Vorkommens der diesbezüglichen Wurzel. Insgesamt finden sich demnach fünf verschiedene Ableitungen aus der Wurzel ṣ-l-w an insgesamt 99 Stellen im Koran. Das Verb صَلَّى (II) finden wir an 12 Stellen, das zugehörige Verbalsubstantiv 78-mal, die Pluralform صَلَوَاتٌ fünfmal, das Partizip مُصَلِّينَ dreimal und das als Nomen loci gebrauchte مُصَلَّى (Part. pass.) einmal.70 Wir finden eine weitere differenzierende Betrachtung des koranischen Vorkommens der Wurzel ṣ-l-w...

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