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Text und Performanz

Eine Didaktik des Gebets im islamischen Religionsunterricht zwischen Normativität und Spiritualität

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Jörg Ballnus

Das Buch bietet den Entwurf einer Didaktik des Gebets im islamischen Religionsunterricht. Der Autor geht der Frage nach, wie ein derart zentraler Begriff wie der des Gebets an Schärfe und Kontur gewinnen kann, wenn er Gegenstand des islamischen Religionsunterrichts wird. Wo verlaufen die Grenzen in einem Unterrichtsfach, welches zwar eine res mixtae zwischen Staat und Religionsgemeinschaft ist, bezüglich des religiösen Klimas im Klassenzimmer vor dem Hintergrund des Überwältigungsverbots jedoch besondere Bedingungen an die Unterrichtenden stellt? Muslimische Schülerinnen und Schüler kommen mit heterogenen lebensweltlichen Bezügen in die Schule. All die normative Vielfalt will dann mithilfe geeigneter didaktischer Mittel in die unterrichtliche Ebene übersetzt sein. Letztlich kann ein sich all dieser Fragen bewusster islamischer Religionsunterricht seinen Anteil dazu leisten, das Gebet zwischen normativen und spirituellen Ansprüchen erfahr- und vor allem auch reflektierbar zu machen.
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6. Kapitel: Die inneren Voraussetzungen der Handlungen des Herzens – Ein Text von al-Ġazālī über die spirituelle Ebene des Gebets

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6.1 Einführung in den Text

Zur Verwendung kommt hier der Text aus dem Werk Iḥyāʾ ʿulūm ad-dīn aus dem kitāb asrār aṣ-ṣalāt wa muhimmātuhā und hier aus dem bāb aṯ-ṯāliṯ von Abū Ḥāmid al-Ġazālī. Das Gesamtwerk ist das Ergebnis seiner nach Abreise aus Bagdad im Jahre 488/1095 begonnenen Wanderjahre als Sūfī.618 al-Ġazālī, der nun durch seine Beobachtungen des tasawwuf von ihm beeinflusst worden ist, begann nun Religion, als Erfahrung des inneren Seins zu begreifen. Für ihn stand nun zu diesem Zeitpunkt der Transfer der Religion zu den Herzen der Menschen im Vordergrund. Es sollte im Idealfall das Substrat der Gläubigen sein und gleichsam den Transfer vom rein objektiven Islam der Riten und Zeremonien zu einem am Subjekt ausgerichten Religionsverständnis begleiten. Gleichzeitig gab er die Grundsätze der islamischen Orthodoxie nicht auf, vielmehr revitalisierte er die spirituelle Ebene des Islam. Es ging ihm weniger um eine Reform, als um eine Rückkehr zur Spontanität des Lebens und Vollständigkeit des Glaubens im Frühislam, einer Periode, die nicht durch scholastische Weisheit und juristische Details geprägt war. In diesem Sinne war er also auch ein Anhänger des Ideals der Altvorderen. Seine Verbindung zwischen Orthodoxie und Sufik machen sein Opus Magnum gerade deshalb auch heute noch zu einem sehr wichtigen Bezugspunkt der Islamischen Theologie.619 ← 181 | 182 →

Der vorliegende Text stellt eine...

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