Show Less
Restricted access

Text und Performanz

Eine Didaktik des Gebets im islamischen Religionsunterricht zwischen Normativität und Spiritualität

Series:

Jörg Ballnus

Das Buch bietet den Entwurf einer Didaktik des Gebets im islamischen Religionsunterricht. Der Autor geht der Frage nach, wie ein derart zentraler Begriff wie der des Gebets an Schärfe und Kontur gewinnen kann, wenn er Gegenstand des islamischen Religionsunterrichts wird. Wo verlaufen die Grenzen in einem Unterrichtsfach, welches zwar eine res mixtae zwischen Staat und Religionsgemeinschaft ist, bezüglich des religiösen Klimas im Klassenzimmer vor dem Hintergrund des Überwältigungsverbots jedoch besondere Bedingungen an die Unterrichtenden stellt? Muslimische Schülerinnen und Schüler kommen mit heterogenen lebensweltlichen Bezügen in die Schule. All die normative Vielfalt will dann mithilfe geeigneter didaktischer Mittel in die unterrichtliche Ebene übersetzt sein. Letztlich kann ein sich all dieser Fragen bewusster islamischer Religionsunterricht seinen Anteil dazu leisten, das Gebet zwischen normativen und spirituellen Ansprüchen erfahr- und vor allem auch reflektierbar zu machen.
Show Summary Details
Restricted access

Vorwort

Extract



Aufgabe dieser Arbeit ist es, das Spannungsfeld von Normativität und Spiritualität des Gebets in seiner Bedeutung für den islamischen Religionsunterricht zu erkunden, da es der wichtigste Handlungsort muslimischer religiöser Praxis ist. Dementsprechend berührt diese Untersuchung im Wesentlichen eine der drei Ausdrucksformen von Religionen, den Ritus, wobei aufgrund der Natur des Gegenstands auch auf die anderen beiden Ausdrucksformen, die grundlegenden Überlieferungen und die Symbole, zurückgegriffen werden muss. Wesentlich für diese Arbeit ist ebenso, dass der Untersuchungsgegenstand nicht nur aus der fachwissenschaftlichen Perspektive, sondern im Verbund mit der Fachdidaktik betrachtet werden muss, da eine Trennung in die sogenannten Fachwissenschaften und die Fachdidaktik den Ansprüchen an eine moderne Islamische Religionspädagogik nicht gerecht wird.

Aufgrund des Traditionsabbruchs sprechen die benachbarten beiden Formen christlicher Religionspädagogik von einer Krise des Gebets. Um sich auf diese Krise einstellen zu können, wurde eben auch die Performative Religionsdidaktik für den schulischen Religionsunterricht entwickelt, um die verlorengegangene Präsenz von Religiosität bei Schülerinnen und Schülern „ersetzen“ zu können bzw. so tun, als wäre sie vorhanden. Religiöse Praxis kann in diesem Sinne als „Probehandeln“ in das Klassenzimmer gelangen, um didaktisch wirksame und wichtige Übergänge im Sinne einer Anbahnung in die eigentliche religiöse Praxis bilden zu können.

Muslime haben möglicherweise den Traditionsabbruch noch nicht erlebt, bzw. stehen erst davor. Dafür haben sie andere Probleme im Kontext religiöser Bildung. Die klassischen Lernorte religi...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.