Show Less
Restricted access

Zum Verhältnis von unmittelbarer und mittelbarer Stellvertretung unter besonderer Berücksichtigung der Schlossmann'schen Vertretungslehre

Series:

Regina Ellsperger

Die Autorin veranschaulicht Siegmund Schlossmanns Vertretungslehre umfassend an Beispielsfällen. Im geltenden Recht bilden die Rechtsinstitute der unmittelbaren und mittelbaren Stellvertretung einen Gegensatz, den Rechtsprechung und herrschende Lehre mit Billigkeitserwägungen unter anderem im Rahmen der Drittschadensliquidation aushebeln. Schlossmann wollte diese Gegensätzlichkeit aufheben und entwickelte ein einheitliches Vertretungsinstitut, das in Vergessenheit geraten ist. Die Autorin beweist, dass der Wissensstand des mittelbar Vertretenen die Wirkungen des Ausführungsgeschäftes analog § 166 Abs. 2 BGB beeinflusst. Hierdurch wird Schlossmanns Lehre zumindest teilweise bestätigt.
Show Summary Details
Restricted access

A. Einführung

Extract

← XIV | 1 →

A.   Einführung

Im deutschen Recht bilden die Rechtsinstitute der unmittelbaren Stellvertretung1 einerseits und der mittelbaren Stellvertretung2 andererseits einen Gegensatz. Dabei haben sich die folgenden Kriterien für die Abgrenzung von unmittelbarer und mittelbarer Stellvertretung etabliert:3 Die unmittelbare Stellvertretung ist in den §§ 164 ff. BGB geregelt, während die mittelbare Stellvertretung im BGB keine besondere Normierung gefunden hat. Unmittelbare Stellvertretung ist Handeln im fremden Namen, während mittelbare Stellvertretung Handeln im eigenen Namen ist. Unmittelbare Stellvertretung setzt Vertretungsmacht voraus, während die mittelbare Stellvertretung ohne eine solche auskommt. Bei der unmittelbaren Stellvertretung wird im Verhältnis zum Dritten allein der Hintermann berechtigt und verpflichtet, während die mittelbare Stellvertretung die Rechte und Pflichten aus dem Rechtsverhältnis zum Dritten ausschließlich dem Vertreter bzw. Beauftragten zuweist.

In ihrem Bestreben, die mittelbare Stellvertretung zu definieren und von dem sog. Eigengeschäft abzugrenzen, verweist die herrschende Auffassung darauf, dass das Handeln des mittelbaren Vertreters zwar im eigenen Namen, aber im fremden Interesse und für fremde Rechnung erfolgt.4 Als gesetzlich normierter, handelsrechtlicher Spezialfall der mittelbaren Stellvertretung wird die Tätigkeit des Kommissionärs qualifiziert, der es gem. § 383 Abs. 1 HGB gewerbsmäßig übernimmt, Waren oder Wertpapiere für Rechnung eines anderen in eigenem Namen zu kaufen oder zu verkaufen.5 Ein weiterer, gesetzlich geregelter Spezialfall im Bereich des Handelsrechts ist die Tätigkeit des Spediteurs, soweit dieser gem. § 454 Abs. 1 Nr. 2 HGB6 in ← 1 | 2 → eigenem Namen auf Rechnung eines anderen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.