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Sprache und Bild in der indischen Bildungstradition

Petra Vogler

Die Autorin problematisiert die in der Moderne aufgekommene Dichotomie zwischen Sprache und Bild. Sie öffnet den Blick auf zwei Aspekte der indischen Lehr- und Lernkultur, die in der Übermittlung von Bildung wirksam waren und sind: Das vedische Bildungswesen sowie dessen tradierte und durchaus aktuelle Korrelation mit den Tempelritualen und den darstellenden Tempelkünsten. Im Zentrum stehen die nähere Beziehung zwischen Sprachlichkeit und Bildlichkeit sowie die Sichtbarmachung der performativen Gestaltung von Bildung, wie sie heute noch erhalten sind.
«In ihrer Arbeit präsentiert Petra Vogler ein hoch filigranes Muster des Performativen, des Zusammenhangs von Sprache, Bild und Handeln, von Ritualen und ihren Formen des embodiment und erscheint damit höchst zeitgemäß und direkt anschlussfähig für aktuelle Diskurse in unterschiedlichen Wissensdisziplinen.»
Prof. Dr. Jürgen Henze (Humboldt-Universität zu Berlin).
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Kommentar von Prof. i. R. Dr. Jürgen Henze (Seniorprofessor)

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Institut für Erziehungswissenschaften,Humboldt-Universität zu Berlin,Geschwister-Scholl-Str. 7, 10099 Berlin:

Dieses Buch ist wie eine Reise in unbekannte Räume: Zunächst neugierig, gleichzeitig konzentriert und erwartungsvoll, entflieht die lesende Person gewohnten pädagogisch-philosophischen Kontexten der Gegenwart und findet sich wieder in der Periode der vedischen Philosophie in Indien, hier dargestellt als eine der wichtigsten spirituellen Quellen menschlicher Reflexion über sich und sein Verhältnis zur Welt. Petra Vogler präsentiert hierzu ein hoch filigranes Muster des Performativen, des Zusammenhangs von Sprache, Bild und Handeln, von Ritualen und ihren Formen des embodiment und erscheint damit höchst zeitgemäß und direkt anschlussfähig für aktuelle Diskurse in unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen: Aus der Sicht der Erziehungswissenschaft müssen Voglers Rekonstruktionen der oralen Tradition vedischer Wissensvermittlung, ihre Anverwandlung bis in die heutige Zeit und ihr Potenzial für die Entwicklung einer nicht-westlichen Theorie- und Praxisperspektive ausdrücklich gewürdigt werden, ähnliches wäre für die kulturvergleichende Psychologie, die interkulturelle Kommunikationsforschung und Philosophie wie auch für die interkulturelle Pädagogik zu konstatieren.

Indem die Triade von Sprache, Bild und Handeln über die exemplarische Analyse der südindischen Theatertradition in Kerala erfolgt, gelingt es Vogler, unter Verwendung eigener Ritualerfahrungen vor Ort, die Performativität der vedischen (brahmanischen) und regionalen Bildungskulturen breiter Bevölkerungsschichten kognitiv und emotional nachvollziehbar zu beschreiben. Eine vergleichbare Arbeit ist international nicht verfügbar, und wenngleich die Akribie der Analyse, die Fülle der weiterführenden Anmerkungen und die Breite der Dokumentation...

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