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Reflexivität im tschechisch-deutschen Sprachvergleich

Möglichkeiten und Grenzen einer Prognose

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Roland Wagner

Das Buch stellt einen Versuch dar, die Reflexivität von deutschen Verben ausgehend von den Übersetzungsäquivalenten im Tschechischen zu prognostizieren. Aufgrund der Äquivalenzbeziehung zwischen nicht-reflexiven Verben im Tschechischen und Deutschen und verschiedenen grammatischen Parametern erstellt der Autor Prognosen zur Reflexivität der deutschen Äquivalente zu den reflexiven tschechischen Verben. Dies geschieht ohne Rückgriff auf lexikographische Information. Dabei kristallisieren sich sowohl sprachübergreifend übereinstimmende sowie problematische Bereiche der Reflexivität heraus. Gewissermaßen nebenbei prüft der Autor verschiedene linguistische Theorien auf ihre prognostische Kraft hinsichtlich der Reflexivität.
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4. Theoretischer Rahmen der Untersuchung und mögliche Prognosen

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4.   Theoretischer Rahmen der Untersuchung und mögliche Prognosen

In den beiden vorangegangenen Kapiteln habe ich verschiedene Analysen von formal reflexiven Strukturen im Tschechischen und Deutschen vorgestellt, wie sie im Rahmen der Valenztheorie und der Generativen Grammatik vorgenommen wurden. Den theoretischen Rahmen, der meiner eigenen Arbeit zugrunde liegt, skizziere ich im gegenwärtigen Kapitel. Dabei handelt es sich im Großen und Ganzen um die Modifizierte Valenztheorie (MVT) von Petr Karlík (vgl. v. a. Karlík 2000a; 2000b; 2002a; 2004a; Rusínová/Ziková 2007, für einen wissenschaftsgeschichtlichen Überblick), die eine Synthese aus aktualisierten valenztheoretischen Ansätzen (z. B. Ágel 1995) mit generativ-grammatischem Gedankengut darstellt. Zusätzliche Anregungen greife ich aus Arbeiten wie Kaufmann (2004; 2007) und Bierwisch (1996; 2006) auf, die im Umfeld der Zwei-Ebenen-Semantik (Bierwisch 1983) und der Dekompositionsgrammatik (Wunderlich 1997; 2006) entstanden sind. An geeigneten Stellen der Darstellung zeige ich, welche prognostischen Möglichkeiten hinsichtlich der Reflexivität von Übersetzungsäquivalenten das beschriebene Modell eröffnet.

4.1.   Semantische und syntaktische Valenz

Die MVT trennt im Unterschied zu Tesnière streng zwischen semantischer und syntaktischer Valenz (Karlík 2000b, 172). Die semantische Valenz ergibt sich aus der Bedeutung des Valenzträgers und lässt sich letztendlich aus der sublexikalischen Bedeutungsstruktur der jeweiligen Lexeme ableiten, wie dies z. B. Daneš (1971) vorgeschlagen hat (vgl. Karlík 2000a, 182). Da im Rahmen der MVT selbst kein Verfahren zur Bedeutungsdekomposition entwickelt wurde und das System von Daneš, in dessen Tradition die MVT steht, au...

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