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Die Situation der Schuldnerin im englischen und im deutschen Insolvenzrecht

Eine rechtsvergleichende Untersuchung

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Marcel Streeck

Dieses Buch geht der Frage nach, ob das englische oder das deutsche Insolvenzverfahren aus Sicht des Rechtssubjekts zu bevorzugen ist. Diese Frage und die Wahl des Bezugspunktes beruhen auf den häufig festzustellenden Abhängigkeiten zwischen der Schuldnerin, ihren Gläubigern und den sonstigen am Verfahren beteiligten Personen und der hieraus folgenden Überlegung, dass ein gutes Insolvenzverfahren die Interessen des Rechtssubjekts hinreichend berücksichtigen muss. Der Autor gelangt u. a. zu dem Ergebnis, dass das englische Restschuldbefreiungsverfahren gegenüber der deutschen Regelung zu bevorzugen ist und dass das deutsche Verfahren über die stärkeren insolvenzrechtlichen Werkzeuge verfügt und weniger Risiken für die Schuldnerin birgt.
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A. Einleitung

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A.   Einleitung

Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, ob das englische oder das deutsche Insolvenzverfahren aus der Sicht der Schuldnerin1 zu bevorzugen ist. Hierzu werden die Vor- und Nachteile der jeweiligen Verfahren aus Sicht der Schuldnerin mit der Zielsetzung, Verbesserungsmöglichkeiten für die Vergleichsländer aufzuzeigen, untersucht. Die Vergleichsländer selbst wurden vor dem Hintergrund ihrer Bedeutung in der europäischen, aber auch der Weltwirtschaft2 ausgewählt. Die Beschränkung auf das englische und nicht das britische Insolvenzrecht beruht auf den Umstand, dass in England, Wales, Schottland und Nordirland zum Teil unterschiedliche Regelungen gelten und hierdurch die Darstellung und Vergleichbarkeit gefährdet würde. Insbesondere in Schottland und Nordirland gelten abweichende Vorschriften, die nicht mit untersucht werden sollen.3

Die Untersuchung legt in Unterscheidung zu den rechtsvergleichenden Untersuchungen zum englischen und deutschen Insolvenzrecht von z. B. Thole (Gläubigerschutz durch Insolvenzrecht) und von Bork (Rescuing Companies in England and Germany) den Anknüpfungspunkt auf die Interessen der Schuldnerin als Rechtssubjekt des Insolvenzverfahrens.

Dieser Anknüpfungspunkt steht vor dem Hintergrund der häufig festzustellenden Abhängigkeiten zwischen der Schuldnerin, ihren Gläubigern und den sonstigen am Verfahren beteiligten Personen4 (Schicksalsgemeinschaften) und der hieraus folgenden Überlegung, dass die Interessen der Gläubiger ← 1 | 2 → und der sonstigen am Verfahren beteiligten Personen an einem Insolvenzverfahren5 am effektivsten erreicht werden können, wenn die Interessen der Schuldnerin hinreichend berücksichtigt werden.

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