Show Less
Restricted access

Whistleblowing

Eine Untersuchung arbeitsrechtlicher Aspekte und des Reformbedarfs nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte

Series:

Mario Brungs

Der Autor untersucht die arbeitsrechtlichen Grenzen des Whistleblowings. Insbesondere diskutiert er die für die Praxis bedeutsamen Fragen des Kündigungsrechts unter Einbeziehung der einschlägigen Rechtsprechung des EGMR, des BVerfG und des BAG. Ferner erörtert er neuere gesetzgeberische Initiativen zur Verbesserung des arbeitsrechtlichen Schutzes der Whistleblower und stellt einen eigenen Gesetzesentwurf vor.
Show Summary Details
Restricted access

Einleitung, Vorstellung des Themas

Extract



„Ich liebe den Verrat, aber hasse den Verräter“ 1.

Schon Julius Cäsar war von der Ambivalenz der Denunziation berührt. Die Beurteilung eines Hinweisgebers divergiert naturgemäß stark danach, aus welcher Perspektive sie erfolgt. Des einen Denunziantentum ist des anderen Zivilcourage2. Diese Zwiespältigkeit spiegelt sich auch in der Konnotation der zur Umschreibung der Thematik verwendeten Schlagwörter wider. So stehen die Umschreibungen verpfeifen3 und anschwärzen4 diametral den ebenfalls verwendeten Wendungen Alarm schlagen5 und Enthüllen von Missständen6 entgegen. Whistleblower erlangen zuweilen Weltruhm. Edward Snowden prägte die Schlagzeilen der Weltpresse über Monate hinweg. Seine Enthüllungen entlarvten die unvorstellbare Datensammelwut der Vereinigten Staaten von Amerika7. Die Affäre brachte die USA in Erklärungsnot. Es wurde offenbart, dass die Vereinigten Staaten ihre engsten Verbündeten, wie die Bundesrepublik Deutschland, ausspioniert wie ihre Feinde zu Zeiten des Kalten Krieges8. Zudem führte die causa Snowden auch gegenüber dem alten Feind aus jener Epoche zu diplomatischen Spannungen und Verwicklungen, die einige an eben diese Zeiten erinnerten9. Die von Whistleblowern offenbarten Missstände haben in ← 27 | 28 → den USA in der Vergangenheit Regierungskrisen ausgelöst10 und sogar einen Präsidenten gestürzt11. Aber auch außerhalb der Bühne des politischen Weltgeschehens offenbaren Whistleblower bisweilen Informationen die von enormer Brisanz sind.

Bekanntestes nationales Beispiel dürften dabei die sogenannten Gammelfleischskandale darstellen12. Auch die Namen Dr. Margrit Herbst13, Dr. Rainer Moormann14 und Brigitte Heinisch15 sind untrennbar mit der Whistleblowing Thematik verbunden.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.