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Neu zugewanderte Jugendliche und junge Erwachsene an Berufsschulen

Ergebnisse einer Befragung zu Sprach- und Bildungsbiografien

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Barbara Baumann and Alfred Riedl

Die sprachliche und berufliche Qualifizierung von jungen Geflüchteten sowie allen anderen neu zugewanderten jungen Menschen erfolgt in Bayern zu großen Teilen an Berufsschulen. Schülerinnen und Schüler in Berufsintegrationsklassen im zweiten Schuljahr haben in einer Online-Erhebung Auskunft zu ihrer Sprach- und Bildungsbiografie gegeben.
Dieses Buch wertet die Studie kritisch aus und interpretiert die große Vielfalt innerhalb der Gruppe in Bezug auf Merkmale wie schulische Vorbildung, Mehrsprachigkeit und berufliche Perspektive. Aus den Untersuchungsergebnissen leiten die Autoren Anregungen für die Gestaltung und Weiterentwicklung von Berufsintegrationsmaßnahmen ab.
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4. Erkenntnisinteresse der Studie

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Die im folgenden vorgestellten Studienergebnisse sind als eine erste Deskription der neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler an Bayerns Berufsschulen unter allgemeinen personenbezogenen, sprach- und bildungsbiografischen Gesichtspunkten zu verstehen, um so eine Diskussions- und Arbeitsgrundlage für die wissenschaftliche, schulpraktische und bildungspolitische Arbeit zu schaffen. Dazu fand im Schuljahr 2014/15 unter allen neu zugewanderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen an den Berufsschulen in Bayern, die sich zum damaligen Zeitpunkt im zweiten Beschulungsjahr befanden, eine elektronisch gestützte Befragung statt. Bei ihnen konnte davon ausgegangen werden, dass sie die sprachlichen und technischen Grundvoraussetzungen mitbringen, um einen Online-Fragebogen auf Anfängersprachniveau zu bearbeiten.12 Die Schülerinnen und Schüler beantworteten einerseits Fragen, die auf allgemeine personenbezogene Daten abzielten wie die Herkunft oder das Geschlecht. Andererseits bearbeiteten sie sprachbiografische Items mit den Schwerpunkten sprachliche Vielfalt, Spracherwerb im Deutschen und Alphabetisierung. Es ging dabei darum, Einblicke in die Quantität (Anzahl an Sprachen) und ansatzweise subjektiv empfundene Qualität (Sprachkompetenz) der individuellen Mehrsprachigkeit zu bekommen und Näheres über den Kontext des Sprachgebrauchs (Muttersprachen vs. Schulsprachen etc.) zu erfahren. Der Fragebogen enthält zudem bildungsbiografische Fragen zu schulischen sowie beruflichen Erfahrungen in der Heimat. Mit Sprach- und Bildungsbiografien sind an dieser Stelle somit keine umfassenden Einblicke in Lebensverläufe gemeint, sondern vielmehr geht es darum, relevante Eckdaten in einem eingeschränkten thematischen Feld in Erfahrung zu bringen. Dabei interessieren die drei zeitlichen Dimensionen Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, indem z.B. nach der schulischen Vergangenheit, der aktuellen Lernsituation bzgl. der deutschen Sprache und künftigen...

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