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Mehrsprachigkeit im Alltag von Schule und Unterricht in Deutschland

Eine empirische Studie

Yüksel Ekinci and Habib Guenesli

Die Autoren erhoben im Zeitraum von August 2014 bis Ende März 2015 mittels einer Online-Befragung deutschlandweit Daten von Lehrkräften aller Schulformen zur Mehrsprachigkeit im Alltag von Schule und Unterricht. Die Studie dient als Momentaufnahme der Mehrsprachigkeit an deutschen Schulen. Sie ermöglicht einen Einblick in die Einstellungen und Wünsche der Lehrkräfte sowie die Handlungsräume und Ressourcen der Schulen im Umgang mit sprachlich heterogenen Lern(er)gruppen. Die Ergebnisse führen vor Augen, dass Mehrsprachigkeit schon lange schulischer Alltag und Unterrichtsrealität ist. Deshalb sind dort die Potenziale von Kindern und Jugendlichen mit nicht-deutscher Erstsprache zu entwickeln und die Sprachfähigkeiten deutscherstsprachiger Lern(er)gruppen zu fördern.
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1. Einleitung

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Die Sprachenvielfalt im heutigen Deutschland wird immer größer. Eine hohe Anzahl an migrationsbedingt mehrsprachigen Schüler_innen an deutschen Schulen ist nicht nur in der gegenwärtigen deutschen Migrationsgesellschaft, sondern auch in den deutschen Schulen Alltag. Hierzu zählt auch die steigende Zahl an Kindern und Jugendlichen, insbesondere aus den arabischen Ländern und Afrika, die aus ihren Heimatländern aufgrund von Krieg und Verfolgung mit ihren Familien und teilweise auch alleine flüchten mussten.

Mit den Flüchtlingsströmen setzt sich ein weiterer Wandel in Gang, der die migrationsbedingt mehrsprachige Situation in den Kommunen und ihren Schulen sogar verschärft. Bereits seit dem Mikrozensus 2005 ist zu konstatieren, dass die in Deutschland lebende und hier aufwachsende Migrationsbevölkerung jünger ist als die Gruppe der Mehrheitsbevölkerung. Selbst zehn Jahre nach dem ersten Mikrozensus hat jedes dritte in Deutschland lebende und seine Bildungsbiografie hier beginnende Kind unter fünf und sechs Jahren einen Migrationshintergrund (vgl. Bildung in Deutschland 2006, 142 f.; Statistisches Bundesamt 2014, 8). Während dieses Ergebnis für die Fünf- bis Zehnjährigen gleich ausfällt, sinkt dieser Wert für die Zehn- bis Fünfzehnjährigen auf ungefähr 31 % und für die Fünfzehn- bis Zwanzigjährigen leicht unter 30 % (vgl. destasis 2014).

Dieser Tatsache zufolge muss sich Schule auf die mehrsprachige Realität im Unterricht vorbereiten. So fordert Hoffmann (2015) die Berücksichtigung der mehrsprachigen Gesellschaft auch in den Schulen. Ein Unterricht,...

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