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Mehrsprachigkeit im Alltag von Schule und Unterricht in Deutschland

Eine empirische Studie

Yüksel Ekinci and Habib Guenesli

Die Autoren erhoben im Zeitraum von August 2014 bis Ende März 2015 mittels einer Online-Befragung deutschlandweit Daten von Lehrkräften aller Schulformen zur Mehrsprachigkeit im Alltag von Schule und Unterricht. Die Studie dient als Momentaufnahme der Mehrsprachigkeit an deutschen Schulen. Sie ermöglicht einen Einblick in die Einstellungen und Wünsche der Lehrkräfte sowie die Handlungsräume und Ressourcen der Schulen im Umgang mit sprachlich heterogenen Lern(er)gruppen. Die Ergebnisse führen vor Augen, dass Mehrsprachigkeit schon lange schulischer Alltag und Unterrichtsrealität ist. Deshalb sind dort die Potenziale von Kindern und Jugendlichen mit nicht-deutscher Erstsprache zu entwickeln und die Sprachfähigkeiten deutscherstsprachiger Lern(er)gruppen zu fördern.
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Vorwort von Prof. Dr. Ludger Hoffmann

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Schulisches Lernen ist sprachabhängig, in allen Fächern. Wenn nun ein großer Teil der Schüler_innen mehrsprachig ist (Deutsch ist zweite oder dritte Sprache) bedeutet das, dass der Wissensaufbau in der Schule durch die Dominanz des Deutschen und die Konfrontation mit einer über das Deutsche vermittelten Terminologie gerade am Anfang gestört werden kann. Wenn der Unterricht immer auch Spracherwerb beinhaltet, müssen die Vermittler das berücksichtigen und – wo immer möglich – andere Sprachen einbeziehen oder in Lerngruppen zulassen, um ein weiteres Vermittlungsmedium zu haben. Das heißt nicht, dass Mehrsprachige ein Defizit hätten, sie haben die Möglichkeit einer besonders differenzierten Wissensorganisation, man muss aber ihre Ausgangssituation berücksichtigen, den Wortschatzerwerb und die Kommunikationsfähigkeit fördern und – im Blick auf die Zukunft dieser Kinder – den Ausbau ihrer Erstsprache insbesondere bis hin zur Literalität ermöglichen. Wenn Sprache als Leitmedium des Unterrichts in der Form der Mehrsprachigkeit auftritt, ergibt sich für alle Schüler_innen eine Sprachlernsituation, die in passenden Lerngruppen für Phasen des bilingualen Unterrichts genutzt werden kann. Damit wird die sprachliche Kompetenz enorm gefördert: Mehrsprachigen Kindern kann der Zugang zur Unterrichtssprache erleichtert werden; Einsprachige bekommen Zugänge zu anderen Sprachen unserer Gesellschaft und können durch die Konfrontation mit einer anderen Sprache die nötige Distanz zur eigenen Sprache gewinnen, die für das Erkennen grammatischer Struktur bedeutsam ist. Eine mehrsprachige Verankerung des Wissens schafft neue Perspektiven auf die Gegenstände.

Ein geeigneter mehrsprachiger...

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