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Mehrsprachigkeit durch bilingualen Unterricht?

Analysen der Sichtweisen aus europäischer Bildungspolitik, Fremdsprachendidaktik und Unterrichtspraxis

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Bettina Deutsch

Die Autorin untersucht, ob bilingualer Unterricht automatisch Mehrsprachigkeit fördert. Diese Annahme legen europapolitische Dokumente und fremdsprachendidaktische Veröffentlichungen häufig nahe. Dabei gilt Einsprachigkeit als Ziel guten bilingualen Unterrichts. Ob und wie dieser Widerspruch aufgelöst werden kann, diskutieren Dokumente aus Bildungspolitik, fachdidaktische Konzepte und die Akteur_innen selbst. Die Triangulation der unterschiedlichen Perspektiven ergibt ein differenziertes Gesamtbild der Zusammenhänge von Mehrsprachigkeit und bilingualem Unterricht und ermöglicht eine neue Sichtweise auf dieses besondere Verhältnis.
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1. Einleitung

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1.1 Problemstellung und Ziele der Arbeit

„Dass Bilingualer Unterricht etwas mit Mehrsprachigkeit zu tun hat, wird angesichts des Begriffs kaum überraschen“ (Königs 2013a: 32). Mehrsprachigkeit scheint für viele „etwas ganz Wunderbares“ (Trabant 2014: 94) zu sein und der Begriff wird nicht selten unhinterfragt verwendet (ibid.). Bilingualer Unterricht ist nach wie vor „in Öffentlichkeit, Schule und Forschung in“ (Abendroth-Timmer 2007: 19 H. i. O.). In welchem Verhältnis die beiden Begriffe und die dahinter stehenden Konzepte zueinander stehen, ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit1.

Auf der europapolitischen Ebene ist die Förderung von Mehrsprachigkeit vor allem seit dem „Weißbuch zur allgemeinen und beruflichen Bildung“ (Europäische Kommission 1995) in den Fokus der Aufmerksamkeit geraten. Für das Erreichen des Sprachlernziels der Europäischen Kommission – jede_r EU-Bürger_in2 soll neben seiner Muttersprache mindestens zwei weitere Sprachen aktiv beherrschen (Europäische Kommission 1995: 62) – wird u.a. die Einführung von CLIL-Konzepten in den Schulen vorgeschlagen (ibid.). Der Gedanke, dass der CLIL-Unterricht den europäischen Sprachlernzielen dienlich sei und zur ← 1 | 2 → Förderung von Mehrsprachigkeit beitrage, tritt ab dem Weißbuch in europäischen Dokumenten immer wieder auf (z. B. Europäische Kommission 1995: 62, Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2003: 9, Europäisches Parlament 2005: 6, Rat der Europäischen Union 2008: 0002). Das Interesse an CLIL in Europa kann auf sprachenpolitische Impulse und eine aktive Sprachenpolitik zurückgeführt werden (Wolff 2013: 18). In fast allen europäischen Ländern besteht...

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