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Verbandshaftung bei Spielmanipulation durch Fußball-Schiedsrichter

Malte Dittrich

Die im Zivilrecht angesiedelte Arbeit befasst sich mit der Verbandshaftung bei Spielmanipulation durch Fußball-Schiedsrichter. Es wird untersucht, wie und ob die Verbände haften, wenn ein von ihnen eingesetzter Schiedsrichter ein Spiel manipuliert, um für sich oder einen Dritten einen Wettgewinn zu erzielen. Die Verbandswettbewerbe und die Rechtsstellung des Schiedsrichters werden zur Klärung dieser Frage anhand von unveröffentlichten Vertragsunterlagen rechtlich qualifiziert. Für die unterschiedlichen Wettbewerbe werden die Anforderungen bei der Darlegung eines Schadens festgelegt. Ebenso wird aufgezeigt, dass in den meisten Fällen die abgeschlossenen Schiedsgerichtsvereinbarungen mit den Verbänden oder vorherige Schiedsgerichtsurteile den Weg vor die Zivilgerichte nicht versperren.
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10. Kapitel: Durchsetzbarkeit der Haftungsansprüche

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10. Kapitel:  Durchsetzbarkeit der Haftungsansprüche

Nachdem die vorher bereits aufgezeigten, mehr oder weniger überwindbaren hohen Hürden der Darlegung und Beweisbarkeit hinsichtlich der Haftung der Verbände dem Grunde und der Höhe nach aufgezeigt worden sind, muss ein bestehender Anspruch auch durchsetzbar sein. Das Problem, das bei sportrechtsbezogenen Sachverhalten besteht, ist, dass Streitigkeiten von Verbandsseite aus gerne unter Ausschluss der ordentlichen Gerichtsbarkeit vor den eigens eingerichteten Verbands- und/oder Schiedsgerichten ausgetragen werden. Hierzu schließen die Verbände mit den an ihren Wettbewerben teilnehmenden Vereinen und Spielern in der Regel separate Schiedsgerichtsverträge ab oder haben in ihren Satzungen Schiedsklauseln statuiert.

Die Schiedsgerichtsbarkeit hat für die beteiligten Parteien zahlreiche Vorteile. Die zu beurteilenden sportrechtsbezogenen Sachverhalte erfordern ein erhebliches Fachwissen, das staatliche Richter aufgrund von Geschäftsverteilungsplänen nicht zwingend vorweisen können, bei einem speziell hierfür eingerichteten Schiedsgericht jedoch gewährleistet werden kann.1647 Des Weiteren sind die Kosten eines Verfahrens meistens niedriger und die Verfahrensdauer kürzer als bei den ordentlichen Gerichten.1648 Als nachteilig wird empfunden, dass die Schiedssprüche nicht veröffentlicht werden müssen und somit die Gefahr des Anscheins einer Geheimjustiz besteht.1649

Für die Durchsetzbarkeit eines Schadensersatzanspruches vor einem ordentlichen Gericht könnte eine wirksam abgeschlossene Schiedsvereinbarung bedeuten, dass die Verbände die Einrede der Schiedsgerichtsbarkeit nach § 1032 ZPO erheben könnten. Ein anderes Prozesshindernis könnte bestehen, wenn vor der Anrufung eines ordentlichen Gerichts zuvor die vorgesehenen verbandsinternen Instanzen durchlaufen worden sind....

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