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Verbandshaftung bei Spielmanipulation durch Fußball-Schiedsrichter

Malte Dittrich

Die im Zivilrecht angesiedelte Arbeit befasst sich mit der Verbandshaftung bei Spielmanipulation durch Fußball-Schiedsrichter. Es wird untersucht, wie und ob die Verbände haften, wenn ein von ihnen eingesetzter Schiedsrichter ein Spiel manipuliert, um für sich oder einen Dritten einen Wettgewinn zu erzielen. Die Verbandswettbewerbe und die Rechtsstellung des Schiedsrichters werden zur Klärung dieser Frage anhand von unveröffentlichten Vertragsunterlagen rechtlich qualifiziert. Für die unterschiedlichen Wettbewerbe werden die Anforderungen bei der Darlegung eines Schadens festgelegt. Ebenso wird aufgezeigt, dass in den meisten Fällen die abgeschlossenen Schiedsgerichtsvereinbarungen mit den Verbänden oder vorherige Schiedsgerichtsurteile den Weg vor die Zivilgerichte nicht versperren.
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5. Kapitel: Haftung des manipulierenden Schiedsrichters

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5. Kapitel:  Haftung des manipulierenden Schiedsrichters

Bei der Frage nach der Verbandshaftung für eine Spielmanipulation durch den Schiedsrichter, muss der Fokus zunächst auf die Eigenhaftung des Schiedsrichters gerichtet werden. Hierzu sind folgende Szenarien denkbar. Ein Schiedsrichter manipuliert vorsätzlich ein Fußballspiel der Lizenz- oder Nichtlizenzligen zu Gunsten der einen und zu Ungunsten der anderen am Spiel beteiligten Mannschaft und deren Spieler. Die Manipulation vollzieht er durch die vorsätzlich fehlerhafte Anwendung der Spielregeln. Seine Motivation kann sich hierbei einerseits aus der finanziellen oder anderweitig materiellen Zuwendung eines Teilnehmers an einer Sportwette ergeben. Dem Teilnehmer an der Sportwette soll der Schiedsrichter durch die Manipulation einen Wettgewinn bei einem Wettanbieter ermöglichen. Der Schiedsrichter kann allerdings auch selbst oder durch einen Dritten auf den Ausgang des Spiels gewettet haben. Das vorsätzliche Manipulieren des Fußballspiels gelingt und das erwünschte Spielergebnis wird erzielt. Jedoch ist die Freude des Manipulierenden über den vermeintlichen Erfolg von kurzer Dauer, da die Manipulation aufgedeckt wird. Die potentiellen Opfer der Spielmanipulation verlangen Schadensersatz und der Schiedsrichter soll zur Rechenschaft gezogen werden. Seine Haftung ist hierbei in mehreren Varianten denkbar. Das Urteil des BGH zur Strafbarkeit von manipulierenden Handlungen bei Fußballspielen eröffnet bei der Frage der Schadensersatzberechtigten interessante Konstellationen. Dargestellt werden soll allerdings nur ein Überblick der haftungsbegründenden Tatbestände der bestehenden Ansprüche. Die Fragen zur Haftungsausfüllung werden in diesem Zusammenhang nicht geklärt.

A.  Vertragliche Haftung

Der Schiedsrichter...

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