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Verbandshaftung bei Spielmanipulation durch Fußball-Schiedsrichter

Malte Dittrich

Die im Zivilrecht angesiedelte Arbeit befasst sich mit der Verbandshaftung bei Spielmanipulation durch Fußball-Schiedsrichter. Es wird untersucht, wie und ob die Verbände haften, wenn ein von ihnen eingesetzter Schiedsrichter ein Spiel manipuliert, um für sich oder einen Dritten einen Wettgewinn zu erzielen. Die Verbandswettbewerbe und die Rechtsstellung des Schiedsrichters werden zur Klärung dieser Frage anhand von unveröffentlichten Vertragsunterlagen rechtlich qualifiziert. Für die unterschiedlichen Wettbewerbe werden die Anforderungen bei der Darlegung eines Schadens festgelegt. Ebenso wird aufgezeigt, dass in den meisten Fällen die abgeschlossenen Schiedsgerichtsvereinbarungen mit den Verbänden oder vorherige Schiedsgerichtsurteile den Weg vor die Zivilgerichte nicht versperren.
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9. Kapitel: Haftungsausfüllung

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9. Kapitel:  Haftungsausfüllung

Nachdem die Haftung der einzelnen Verbände für ein vorsätzlich manipuliertes Spiel durch einen von ihnen angesetzten Schiedsrichter in verschiedenen Konstellationen dem Grunde nach gegeben ist, wird nun der Blick auf die Haftungsausfüllung geworfen. Hierbei dürften sich gerade für die Praxis einige Hürden bei der Darlegung und Nachweisbarkeit eines Schadens sowie dessen haftungsausfüllender Kausalität in Bezug auf die Manipulation ergeben. Die unterschiedlichen Wettbewerbe und die jeweiligen Anspruchsinhaber sind hierbei jeweils gesondert zu betrachten, da sich aufgrund der Unterschiede eines Wettbewerbes mit K.O.-System zu einem Liga-System, aber auch aufgrund der unterschiedlichen wirtschaftlichen Bedeutung der Wettbewerbe verschiedene Schadenskonstellationen ergeben können.

A.  Bei Spielen des DFB-Pokals

Als erster Wettbewerb soll der DFB-Pokal betrachtet werden. Bei den Spielen des DFB-Pokals bestehen Haftungsansprüche dem Grunde nach in zwei Konstellationen. Zum einen haben die Vereine vertragliche Ansprüche gegen den DFB aus dem Teilnahmevertrag, der einen Werkvertrag darstellt.1477 Da eine Nacherfüllung nach §§ 634 Nr. 1, 635 BGB in den meisten Fällen nicht in Betracht kommt,1478 bleibt den Vereinen der Anspruch auf Schadensersatz nach §§ 634 Nr. 4, 636, 280 BGB.1479 Zum anderen besteht zwischen dem Zuschauer des DFB-Pokalendspiels und dem DFB ein Zuschauervertrag, der ebenfalls einen Werkvertrag darstellt.1480 Auch hier kommt eine Nacherfüllung regelmäßig nicht in Betracht,1481 sodass dem Zuschauer ebenfalls ein Anspruch auf Schadensersatz nach §§ 634 Nr. 4, 636, 280 BGB zusteht.1482

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