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Wort – Text – Diskurs

Series:

Magdalena Duś, Robert Kołodziej and Tomasz Rojek

Die in diesem Band vereinigten Beiträge nehmen Bezug auf Forschungsgegenstände der Germanistik und angewandten Sprachwissenschaft, insbesondere der Morphologie, Syntax, Phraseologie, der Text- und Diskurslinguistik sowie der Translations- und Literaturwissenschaft. Die Autorinnen und Autoren würdigen mit ihren Beiträgen die wissenschaftlichen Leistungen der polnischen Germanistin und ehemaligen Präsidentin des Verbandes Polnischer Germanisten Zofia Berdychowska, Professorin an der Jagiellonen-Universität Kraków. Die Publikation erscheint anlässlich ihres 65. Geburtstages im Jahr 2016.
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Zdzisław Wawrzyniak - Schlafen, Lachen, Hoffen - eine kleine Nachtbegegnung

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Zdzisław Wawrzyniak

Universität Rzeszów

Schlafen, Lachen, Hoffen - eine kleine Nachtbegegnung

Adams Schwester war gestorben, bevor er zur Welt kam. Er soll sich dann jahrelang nach einer leiblichen Schwester gesehnt haben. Für seine geistigen Schwestern hielt er Bibelverse, Goethes Gedichte, Fremdsprachen und allerlei Sprüche. Ein vergilbtes Foto aus dem Familienalbum zeigte Celina in einem offenen weißen Sarg mit gekreuzten Händen auf der Brust. Sie wurde gerade zehn Jahre, als Gott die Entscheidung getroffen hat, sie in den Himmel hinaufgehen zu lassen. Haben die Eltern gewusst, dass ‚Celina‘ vom lateinischen Wort ‚caelum‘ (der Himmel) kommt? Es soll zwei Heilige mit diesem Vornamen gegeben haben, von denen die Mutter des heiligen Remigius bekannter ist. Sie stammte aus einem Adelsgeschlecht, das zu dem Volke der Remer zählte. Die Remer lebten damals, d.h. im 5. Jahrhundert, auf dem Gebiet des heutigen Belgiens. Celinas Mann hieß Emilius. Sie gebar ihm drei Kinder. Als sie im fortgeschrittenen Alter wieder schwanger wurde, hat ein Eremit namens Montanus, der blind war, ihr vorhergesagt: „Wundere dich nicht, die Gnade Gottes ist mit dir und das Kindlein in deinem Leibe gesegnet. Wenn du es einmal gestillt hast, reibst du mir die Augen mit deiner Muttermilch ein, damit ich das Licht erblicke.“ Und so ist es geschehen. Er wurde sehend. Der vorhergesagte Sohn bekam den Namen Remigius. Zum einen, weil er ein Remer war, zum anderen bezog sich der Name auf das lateinische Wort...

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