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Zur strafrechtlichen Verantwortlichkeit als Folge der regelwidrigen Beeinflussung geltender Allokationskriterien im Bereich der Organzuteilung

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Christian Koppe

Das Buch wurde maßgeblich durch den im Jahr 2012 bekanntgewordenen «Organspendenskandal» inspiriert und beschäftigt sich in umfassender Weise mit den in diesem Zusammenhang stehenden strafrechtlichen Problemen. Der Autor untersucht, ob die regelwidrige Beeinflussung geltender Allokationskriterien im Bereich der Organzuteilung als strafrechtlich relevantes Verhalten zu betrachten ist.
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e) Ergebnis

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Nach der hier vertretenen Ansicht lässt sich die Kausalität nicht überzeugend begründen. Weder die herkömmliche Äquivalenztheorie noch alternative Erklärungsmodelle vermögen zu überzeugen. Die Ausführungen haben gezeigt, dass der Versuch, eine Haftung des manipulierenden Arztes zu konstruieren, im Kern nur kriminalpolitische Interessen verfolgen würde, die lediglich auf Kosten dogmatischer Grundsätze erzielt werden würden.

B. Versuchter Totschlag gemäß §§ 212, 22, 23 Abs. 1 StGB

Gelangt man nach der hier vertretenen Ansicht zu dem Ergebnis, dass sich eine vollendete Tatbegehung nicht dogmatisch überzeugend begründen lässt, so stellt sich die Frage, ob nicht sodann die Voraussetzungen einer Versuchsstrafbarkeit gemäß §§ 212, 22, 23 Abs. 1 StGB bejaht werden können.591 Immerhin kommt diese immer dann in Betracht, wenn der Tatbestand objektiv nicht zurechenbar vollendet wurde.592 Voraussetzung wäre jedoch das Vorliegen des erforderlichen Tatentschlusses, also der entsprechende Wille des Täters, den Tatbestand zu realisieren.593 Dabei stellen sich hier im Wesentlichen zwei Fragen, die es zu beantworten gilt. Erstens, ob überhaupt eine anderweitige Beurteilung der Kausalitätsfrage im Rahmen der Versuchsprüfung im Vergleich zum vollendeten Delikt möglich ist und wenn diese Frage positiv beantwortet werden kann, ob ← 143 | 144 →dann auch der entsprechende Vorsatz des manipulierenden Arztes hinsichtlich aller Merkmale des objektiven Tatbestandes festgestellt werden kann.

1. Unterschiedliche Beurteilung zwischen Versuch und Vollendung?

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