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Der Nahe und Mittlere Osten – Ein Staatenlexikon

Edited By Wolfgang Gieler and Markus Porsche-Ludwig

Das Staatenlexikon vermittelt grundlegende Kenntnisse zur Staatenwelt des Nahen und Mittleren Ostens. In alphabetisch geordnetem Aufbau – von Afghanistan, Irak und Iran über Israel, Saudi-Arabien, Syrien und die Türkei bis Marokko und Tunesien – werden insgesamt fünfundzwanzig Staaten thematisiert. Zielgruppe sind vor allem Wissenschaftler, Studierende, Dozenten, Journalisten und sonstige Mittler politischer Bildung sowie alle Interessierten, denen das Lexikon wesentliche Hintergrundinformationen zur differenzierten und abgewogenen Darstellung einer der bedeutendsten Regionen in der internationalen Politik an die Hand geben möchte.

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Martin Schwarz: Central Treaty Organization

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Martin Schwarz

Central Treaty Organization

Die Zentralvertrags-Organisation (CENTO; frz.: Organisation du Traitè central; russ.: СЕНТО: ОРГАНИЗАЦИЯ ЦЕНТРАЛЬНОГО ДОГОВОРА) basierte auf einer zunächst bilateralen Vereinbarung zwischen der Türkei und dem Irak. Dieser sogenannte Bagdad-Pakt wurde nach zweijähriger Vorbereitung am 24.02.1955 im Sinne einer Allianz zur kollektiven Selbstverteidigung geschlossen, sodass sich dieses Abkommen auf den ersten Blick in die Vertragssystematiken des Kalten Krieges einordnet. Gleichzeitig galt die CENTO aber auch als Wiederbelebung des Saadabad-Vertrages („Orientpakt“), den die Regierungen von Afghanistan, Iran (seit 1935 der offizielle Name Persiens), Irak und Türkei am 08.07.1937 – unter Berufung auf den Völkerbund – als Reaktion auf die Annexion Äthiopiens durch Italien (1934/35) und zur Koordination der seit dem Vertrag von Lausanne (1923) und dem Ararat-Aufstand (1930) virulenten Kurdenfrage geschlossen hatten.

Von daher ist es nicht verwunderlich, dass der Bagdad-Pakt noch im gleichen Jahr durch die Beitritte von Großbritannien (05.04.55), Pakistan (23.09.55) und Iran (21.10.55) erweitert wurde, während Frankreich und Israel erst gar nicht eingeladen wurden und die USA dem Vertrag selbst nicht beitraten, sich wohl aber in den Bereichen Militär, Ökonomie und Gefahrenabwehr einzubringen wussten. Dazu kam am 05.03.1959 noch eine Reihe von bilateralen Vereinbarungen mit den Vertragsstaaten, sodass der Bagdad-Pakt schon relativ früh von der Sowjetunion als militärische und sicherheitspolitische Bedrohung an ihrer Südwestflanke wahrgenommen wurde. Moskau argwöhnte, dass die damalige Eisenhower-Administration unter dem Eindruck des Korea-Krieges (1950–53) an einem gegen die UdSSR gerichteten Pakt-System arbeitete.

Auf der Basis der...

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