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Der Nahe und Mittlere Osten – Ein Staatenlexikon

Edited By Wolfgang Gieler and Markus Porsche-Ludwig

Das Staatenlexikon vermittelt grundlegende Kenntnisse zur Staatenwelt des Nahen und Mittleren Ostens. In alphabetisch geordnetem Aufbau – von Afghanistan, Irak und Iran über Israel, Saudi-Arabien, Syrien und die Türkei bis Marokko und Tunesien – werden insgesamt fünfundzwanzig Staaten thematisiert. Zielgruppe sind vor allem Wissenschaftler, Studierende, Dozenten, Journalisten und sonstige Mittler politischer Bildung sowie alle Interessierten, denen das Lexikon wesentliche Hintergrundinformationen zur differenzierten und abgewogenen Darstellung einer der bedeutendsten Regionen in der internationalen Politik an die Hand geben möchte.

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Wolfgang Gieler: Developing-8

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Wolfgang Gieler

Developing-8

Gründungsgeschichte und Gründungsmotivation

Die Gründungsgeschichte der D-8 beginnt im Juni 1996 mit dem Amtsantritt des türkischen Ministerpräsident der Erbakan. Der Parteichef der inzwischen verbotenen Wohlfahrtspartei hatte bereits seit längerem die Idee eines Wirtschaftsbundes, der aus islamischen Ländern bestehen und nach dem Vorbild der Europäischen Union gegründet werden sollte. Seine erste Auslandsreise machte Erbakan Mitte August nach Teheran, wo er mit dem iranischen Präsidenten Rafsanjani unter anderem die Intensivierung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen der Türkei, dem Iran und anderen islamischen Ländern vereinbarte. Nach dieser Vereinbarung fand am 22. Oktober 1996 in Istanbul eine Konferenz zur Entwicklungszusammenarbeit statt, auf der die Teilnehmer beschlossen hatten, eine vorwiegend wirtschaftliche Organisation zwischen den islamischen Entwicklungsländern zu gründen.

Am 4. Januar 1997 trafen sich die Außenminister von acht vorwiegend islamischen Staaten, die eine Vertiefung der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit sowie die Gründung einer Staatenunion mit der Bezeichnung D-8 „Developing-8“ zum Ziel hatten. Auf Einladung Erbakans reisten die Außenminister des Irans, Pakistans, Bangladeschs, Indonesiens, Nigerias und Malaysias nach Istanbul, während Ägypten, das dem D-8-Projekt reserviert gegenüberstand, nur durch seinen Vizeaußenminister vertreten war. Die D-8 sollte langfristig ein Gegengewicht zur G-7-Gruppe der Industrieländer bilden und die Entschlossenheit der Entwicklungsländer unter Beweis stellen, sich der Dominanz durch die Industriestaaten zu entziehen. In einer gemeinsamen Erklärung betonten die D-8-Länder ihre Intention, die Zusammenarbeit...

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