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Historische Mündlichkeit

Beiträge zur Geschichte der gesprochenen Sprache

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Edited By Elmar Eggert and Jörg Kilian

Der Band präsentiert in zwölf Beiträgen Ansätze, Methoden und Ergebnisse zur Erforschung der Geschichte der gesprochenen Sprache in unterschiedlichen Philologien. Diese zeigen einerseits die methodischen Schwierigkeiten der Untersuchung historischen Sprechens auf, andererseits stellen sie empirische Analysen ausgewählter Aspekte des gesprochenen Wortes aus verschiedensten Sprachräumen vor. Die Einzelanalysen behandeln die Erforschung des Sprechens über einen Zeitraum von über 2000 Jahren, vom mündlichen Lateinischen über das gesprochene Altspanische und Altniederdeutsche bis hin zu Aufzeichnungen direkter Rede in Protokollen des Altenglischen oder in mündlicher Diktion geschriebener Texte des Friesischen.
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Zur Rolle der gesprochenen Sprache bei der historischen Herausbildung und Standardisierung der romanischen Sprachen

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Abstract: The origin and formation of the Romance languages are normally explained on the basis of 4 axioms: (1) the priority of oral language use, (2) polygenesis which means ancient Romance was not homogenous, (3) continuous areal variation of the primarily spoken dialects, and (4) historical standardization due to both written and oral norms.

Die romanischen Sprachen sind der Sonderfall einer Sprachfamilie, die sich auf eine historisch umfassend belegte Ursprungssprache, nämlich das Latein, zurückführen lassen. Das unterscheidet sie z. B. von den Familien der germanischen oder slawischen Sprachen.1 Während die Suche nach einem Protogermanischen bzw. einem Protoslawischen ca. dreitausend Jahre zurückreicht, finden wir die Anfänge der romanischen Sprachen, also das Protoromanische, so ungefähr zwischen 500 und 800 nach Christus und damit im frühen Mittelalter unserer direkten und gut dokumentierten Kulturgeschichte. Ein wesentliches Problem deutet sich aber bereits mit diesen wenigen Erklärungen an und kann wie folgt formuliert werden: Soll der Ursprung der romanischen Sprachen in einem Protoromanischen gesucht werden, was aus der Sicht der Indogermanistik in gewisser Weise konsequent wäre, oder können wir uns mit dem Latein auf eine Ursprungssprache der romanischen Sprachen verständigen, die diese Suche nach einem Protoromanischen grundsätzlich entbehrlich macht?

Hier fängt das Dilemma der Romanistik an. Denn das Latein, so wie es uns schriftlich überliefert ist, also im Wesentlichen das Klassische Latein und Formen des mittelalterlichen Schriftlateins, geben ihrer Norm nach nur wenig Aufschluss über den...

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