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Historische Mündlichkeit

Beiträge zur Geschichte der gesprochenen Sprache

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Edited By Elmar Eggert and Jörg Kilian

Der Band präsentiert in zwölf Beiträgen Ansätze, Methoden und Ergebnisse zur Erforschung der Geschichte der gesprochenen Sprache in unterschiedlichen Philologien. Diese zeigen einerseits die methodischen Schwierigkeiten der Untersuchung historischen Sprechens auf, andererseits stellen sie empirische Analysen ausgewählter Aspekte des gesprochenen Wortes aus verschiedensten Sprachräumen vor. Die Einzelanalysen behandeln die Erforschung des Sprechens über einen Zeitraum von über 2000 Jahren, vom mündlichen Lateinischen über das gesprochene Altspanische und Altniederdeutsche bis hin zu Aufzeichnungen direkter Rede in Protokollen des Altenglischen oder in mündlicher Diktion geschriebener Texte des Friesischen.
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Stumme Ohrenzeugen. Methodologische Überlegungen zur Rekonstruktion altschwedischer Mündlichkeit

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Abstract: The contribution addresses the problem of reconstructing the spoken language of the Old Swedish period (13th – 16th c.) on the basis of written corpora. It proposes two approaches: an ‚operational one‘ (via identifying specifically written features) and an ‚indirect one‘ (via fictional orality).

1.    Einführung

Jede Untersuchung historischer Sprache muss damit umgehen, dass die Repräsentativität des zugrunde liegenden Datenmaterials (idealerweise in Form von Korpora) schwer bestimmbar und in jedem Fall eingeschränkt ist. Zwar sind auch gegenwartssprachliche Korpora in der Regel eingeschränkt repräsentativ, etwa indem sie überproportional stark standardnahe geschriebene Sprache abbilden. Diese Form von Unausgewogenheit kann man jedoch recht gut einschätzen, methodologisch reflektieren und bei Bedarf auch beseitigen, etwa durch die Nacherhebung von Daten. Für ältere Sprachstufen ist dieser Mangel hingegen gravierend und prinzipiell irreparabel, und zwar in der Regel um so mehr, je länger die entsprechenden Perioden zurückliegen (vgl. auch CLARIDGE 2008: 246 ff.): Weite Teile der Gesamtsprache sind dann nicht direkt beobachtbar.

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