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Historische Mündlichkeit

Beiträge zur Geschichte der gesprochenen Sprache

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Edited By Elmar Eggert and Jörg Kilian

Der Band präsentiert in zwölf Beiträgen Ansätze, Methoden und Ergebnisse zur Erforschung der Geschichte der gesprochenen Sprache in unterschiedlichen Philologien. Diese zeigen einerseits die methodischen Schwierigkeiten der Untersuchung historischen Sprechens auf, andererseits stellen sie empirische Analysen ausgewählter Aspekte des gesprochenen Wortes aus verschiedensten Sprachräumen vor. Die Einzelanalysen behandeln die Erforschung des Sprechens über einen Zeitraum von über 2000 Jahren, vom mündlichen Lateinischen über das gesprochene Altspanische und Altniederdeutsche bis hin zu Aufzeichnungen direkter Rede in Protokollen des Altenglischen oder in mündlicher Diktion geschriebener Texte des Friesischen.
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‚Inszenierte Alltagsgespräche‘ und Sprachkontakt in Gerichtsakten Neu-Spaniens des 17./18. Jahrhunderts: Ein Beitrag zur Regionalgeschichte ‚von unten‘ des amerikanischen Spanisch

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Abstract: In this article the ‚staging‘ of daily conversations is examined in a corpus of 17th and 18th century New Spain notarial texts. The analysis of these manifestations of ‚language of proximity‘ are based on the hypothesis that these conversations are contact-influenced phenomena and part of the history of a regional Spanish ‚ethnic dialect‘.

1.    Untersuchungsgegenstand und Fragestellung

Gegenstand dieses Beitrags sind alltagssprachliche Merkmale in notariellen Dokumenten, die an der Peripherie des neuspanischen Vizekönigreichs im 17. und 18. Jahrhundert verfasst wurden. Die Texte eignen sich auf Grund der Häufigkeit, mit der die genannten Merkmale auftreten, in besonderer Weise zur Untersuchung von Nähesprachlichkeit1 und deren Rolle für eine Regionalgeschichte „von unten“ (vgl. ELSPAß 2010) bzw. eine „Sprachgeschichte des Alltags“ (vgl. SCHLINDWEIN 2003) des amerikanischen Spanisch. Wie sich zeigen lässt, sind dafür auch die Sprachkontaktsituation zwischen dem Spanischen und den regionalen amerindischen Sprachen, hier insbesondere dem Zapotekischen, und die mit ihr verbundenen Translationspraktiken von Bedeutung.2 Diese sind zum Teil anhand der ← 181 | 182 → Texte selbst explizit nachvollziehbar, wenn diese als Textpaare vorliegen, die aus einem zapotekischen Original nebst spanischer Übersetzung bestehen, oder aber wenn sie explizite Hinweise auf Verdolmetschungen enthalten. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass in einem solchen mehrsprachigen Kommunikationsraum kontinuierlich Translationshandlungen vollzogen werden, die sich auch implizit in den Texten niederschlagen und zudem translatorische Konzepte von Ausgangs- und Zieltext in Frage stellen (vgl. SCHRADER-KNIFFKI 2013). Diese Translationshandlungen bestimmen nicht nur den kommunikativen Kontext, in dem die Texte verfasst...

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