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Historische Mündlichkeit

Beiträge zur Geschichte der gesprochenen Sprache

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Edited By Elmar Eggert and Jörg Kilian

Der Band präsentiert in zwölf Beiträgen Ansätze, Methoden und Ergebnisse zur Erforschung der Geschichte der gesprochenen Sprache in unterschiedlichen Philologien. Diese zeigen einerseits die methodischen Schwierigkeiten der Untersuchung historischen Sprechens auf, andererseits stellen sie empirische Analysen ausgewählter Aspekte des gesprochenen Wortes aus verschiedensten Sprachräumen vor. Die Einzelanalysen behandeln die Erforschung des Sprechens über einen Zeitraum von über 2000 Jahren, vom mündlichen Lateinischen über das gesprochene Altspanische und Altniederdeutsche bis hin zu Aufzeichnungen direkter Rede in Protokollen des Altenglischen oder in mündlicher Diktion geschriebener Texte des Friesischen.
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Vorwort

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Der Titel „Historische Mündlichkeit“ des vorliegenden Bandes kann sehr weit gefasst werden, da er zugleich auf sprachtheoretische, methodische und empirische Fragestellungen verweist. Insofern dienen diese einleitenden Ausführungen dazu, das Ziel und die linguistische Einordnung der Erforschung der gesprochenen Sprache der Vergangenheit sowie ihre Untersuchungsfelder und Ansätze zu erläutern.

1.    Sprache und Geschichte

Das Ziel der Sprachwissenschaft ist auf das Verstehen von Sprache und ihrer Wesensart ausgerichtet. Ein umfassendes Verständnis kann dabei nicht nur auf dem Erkennen von Strukturen und sprachlichen Funktionsmechanismen beruhen, sondern muss auch die zeitliche Dimension von Sprache berücksichtigen. Die Historizität von Sprache ist in dieser Hinsicht nicht nur ein zentraler Gesichtspunkt für die Erforschung der Geschichte von Einzelsprachen, sondern vor allem ein Charakteristikum, welches die Sprache auch in ihrem synchronen Funktionieren in heutiger Zeit bestimmt. Denn die Sprache ist ein elementar soziales Phänomen, das sich durch wiederholtes Sprechen in Sprachgemeinschaften herausgebildet hat und daher durch die „Traditionen des Sprechens“ (SCHLIEBEN-LANGE 1983) geprägt wird, wenngleich das Sprechen immer auch ein kreativer Prozess ist, der zur freien Äußerung der Sprecher führt (s. den spannenden Sammelband EHRHARDT 2011). Dieses Spannungsfeld zwischen einer Orientierung an traditionellen Sprechweisen einerseits und freiem Nutzen oder sogar Nichtbeachten solcher Orientierungslinien andererseits macht das Sprechen aus, sowohl im aktuellen Geschehen als auch in historischer Perspektive.

2.    Sprache und Schrift

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