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Europa im Islam – Islam in Europa

Islamische Konzepte zur Vereinbarkeit von religiöser und bürgerlicher Zugehörigkeit

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Vivien Neugebauer

Wie ist es möglich, Bürger Europas und gleichzeitig Muslim zu sein? Die Autorin vergleicht aus differenzhermeneutischer Perspektive die Antworten von drei zeitgenössischen muslimischen Denkern. Sie zeigen, dass Europa und Islam durchaus zusammen gedacht werden können. Durch den Vergleich wird aber auch ein innerislamisches Spannungsfeld deutlich. Dieses bildet nicht nur die Vielfalt islamischer Wege ab, sondern stellt auch die kategoriale Unterscheidung von «islamisch» und «nichtislamisch» in Frage. Unter Betrachtung von Fragen der Partizipation, der Religionsfreiheit und des Miteinanders in einer wertepluralen Gesellschaft sind diese muslimischen Ansätze wertvolle Stimmen im Diskurs, wenn es nicht mehr nur darum geht, ob der Islam in Europa beheimatet werden kann – sondern «wie».
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2. Methodisches Vorgehen

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2.  Methodisches Vorgehen

2.1  Methodische Positionierung

Für die Bearbeitung der islamischen Europa-Konzepte stellte sich zu Beginn die Frage, wie über die islamische Zugehörigkeit von Muslimen von außen, das heißt aus nichtmuslimischer Perspektive, gesprochen werden kann. Können islamische Texte überhaupt von Außenstehenden angemessen gelesen, analysiert und beurteilt werden? Was ist in diesem Zusammenhang als angemessen zu verstehen? In der Forschungsliteratur ist das Spannungsfeld um die Beheimatung des Islams in Europa und die Vereinbarkeit von islamischer mit bürgerlicher Zugehörigkeit vor allem durch sozialwissenschaftliche216 und theologische Abhandlungen geprägt. In der Wissenschaft befassen sich traditionell die Religionswissenschaft und die Theologien mit Religionen und mit Themen um Religion. Ihre Vorgehensweisen und Zielsetzungen sind dabei voneinander zu unterscheiden. Die Religionswissenschaft nimmt eine außenstehende Position ein, wenn sie religiöse und religionsgeschichtliche Phänomene untersucht. Sie positioniert sich als kulturwissenschaftliche Disziplin, indem sie Religion als kulturelles System versteht (Hock 2008, 9). Methodisch steht sie daher der Sozialwissenschaft nahe. Sie hat den Anspruch, eine Sprache von und über Religion zu bilden, die selbst nicht religiös ist.217 Im Vergleich dazu ist die christliche Theologie – als Wissenschaft von Gott – in ihrer christlichen Innenperspektive verwurzelt. Sie will als Lehre des Christentums die Vergangenheit und Gegenwart des Christentums darstellen und verstehen (Jung 2004, 34). ← 129 | 130 →

Differenzhermeneutik

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